#9 Zwei Diagnosen, eine Freundschaft

Shownotes

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Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:05: Wir waren immer auf einer Wellenlänge.

00:00:08: Das ist das Bauchgefühl, hat immer gut gepasst.

00:00:15: Und dann kann

00:00:16: die Diagnose ... Also unsere Freundschaft war halt immer ... Konstant und war halt immer noch auf derselben Ebene.

00:00:27: Und wir haben trotzdem weiter unsere Scherze gemacht, so über die Erkrankung oder über die Glatzung.

00:00:32: Das war einfach genau das was ich brauchte damals.

00:00:36: Neun Jahre später kam dann deine Diagnose

00:00:39: an.

00:00:40: Ich spreche ohne Worte.

00:00:43: Ich weiß auch noch als Lena mich das erste Mal besucht hat... ...ich musste gar nichts sagen!

00:00:48: Also ich musste gar nix erklären wie es mir geht.

00:00:50: Ich hatte so das Gefühl.. ..die weiß wie's mir gerade geht.

00:00:53: Die hats ja selber durch Schon ab dem Moment, wo ich Lena da liegen gesehen habe und einfach wusste, ich will diesen Menschen niemals verlieren.

00:01:02: Und dann als ich aber auch da gelehn hab und direkt auch wusste Lena ist da das hat für mich so bewirkt.

00:01:08: okay diese Freundschaft wird niemals zerbrechen.

00:01:11: Also ich habe von Lena gelernt dass man diese Behördekrankheit überstehen kann Von Betroffenen für

00:01:31: alle,

00:01:32: die sich bewegen

00:01:32: lassen wollen.

00:01:37: Heute sprechen wir mit Anna und Lena beide einunddreißig aus den Raum Aachen zwei Freundinnen, die Zeit als Schulzeit unzertrennlich sind kennengelernt in der fünften Klasse zusammen erwachsen

00:01:49: geworden

00:01:49: immer Seite an Seite doch ihre Freundschaft wurde schon früh auf eine außergewöhnliche Probe gestellt.

00:01:56: Mit gerade einmal sechzehn Jahren erkrankte Lena einen non-hotschkindem Form Krankenhausflure, Chemotherapie,

00:02:03: Angst,

00:02:04: Hoffnung.

00:02:05: Und Anna, die keine Moment von ihrer Seite wich'.

00:02:08: Neun Jahre später dann der Schock, der alles erneut erschüttert.

00:02:12: Anna erhält die Diagnose Leukämie

00:02:14: ALL

00:02:15: und dieses Mal ist es Lena, die trägt, hält tröstet und stark bleibt.

00:02:20: Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür wie viel Kraft in echter Freundschaft steckt – in Loyalität, Vertrauen und die Mut gemeinsam durch das Dunkel zu

00:02:29: gehen!

00:02:30: Heute sprechen wir darüber, wie sie diese Zeiten erlebt haben.

00:02:34: Was ihnen halt gegeben hat und wie ihre Freundschaft sie durch zwei schwere Diagnosen geführt hat.

00:02:39: Und jetzt sagen wir...

00:02:40: Hallo!

00:02:41: Hallöchen!

00:02:42: Ihr beiden, erzählt doch mal, wie habt ihr euch denn damals in der Schule kennengelernt?

00:02:52: Wir waren eigentlich ab der fünften Klasse zusammen ...in einer Klasse Und ich würd sagen, eigentlich so ab der sechsten Klasse hab' ich so in Erinnerung sind wir fest zusammengewachsen und ja haben eigentlich alles zusammen gemacht.

00:03:08: Ja immer schön partner look getragen.

00:03:11: Immer irgendwie das gleiche gemacht.

00:03:14: So ab der Sechstenklasse hat's einfach gepasst und dann alles zusammengemacht.

00:03:20: Zählstige Twinies!

00:03:23: Was hat eure Freundschaft von Anfang an ausgemacht?

00:03:28: Ich würde sagen, wir haben so eine Wellenlänge gehabt.

00:03:31: Also wir haben schon von Anfang an wenig verurteilt und haben irgendwie total viel Spaß gehabt und waren immer auf einer Wellenlinge.

00:03:40: also das ist glaube ich das Bauchgefühl hat immer gut gepasst.

00:03:44: Ja, ich erinnere mich auch noch daran dass wer eigentlich so verrückt es klingt aber auch voll oft so ne ... fast schon so eine telepathische Ebene hatten.

00:03:56: Einer hat daran gedacht, keine Ahnung, spazieren zu gehen oder joggen zu gehen und eigentlich haben wir sowas nie regelmäßig gemacht.

00:04:04: Dann hat der andere aber auch gesagt, da habe ich gerade auch dran gedacht.

00:04:08: Da waren mehrere Situationen, wo wir wirklich dasselbe gedacht haben.

00:04:14: Und auch immer schon so ein Hang zur Tiefgründigkeit, aber gleichzeitig auch einen Hang zum Verrückteilen und irgendwie mit dem Fahrrad kilometerweit einfach mal losfahren oder also der Mix aus allem.

00:04:25: Er hat glaube ich echt einfach gepasst.

00:04:28: Gabs

00:04:30: sag ich mal als Doppelgespann?

00:04:32: Oder waren dann auch noch andere sozusagen?

00:04:34: War euer Freundeskreis damals größer oder war es wirklich nur Anna und Lena?

00:04:41: Ich würd sagen, es kam immer mal welche so mit dazu.

00:04:43: Wir hatten auch ein Freundeskreis und waren gerne mit anderen unterwegs aber wir sind halt der Kern gewesen.

00:04:51: ja also wir als zweier gespannt waren durchgehend dann immer zusammen mit wechselnden freundeskreisen.

00:04:57: So würde

00:04:57: ich's beschreiben.

00:04:59: Und da ist die ganze Schulzeit weiter bis ihr fertig wart sozusagen mit der Schule.

00:05:05: oder hat euch da schon mal vorher

00:05:08: getrennt?

00:05:09: Nee, wir haben ja

00:05:09: dann irgendwann auch zusammen die Schule gewechselt.

00:05:13: Also sind dann irgendwann in der Oberstufe auf eine andere Schule gegangen und waren dann auch weiterhin im Jahrgang.

00:05:19: Dann bin ich aber nach so sechs bis acht Wochen in der Schulzeit erkrankt und war damit halt nicht mehr ... in der Schule.

00:05:26: Und dann waren wir trotzdem noch bis zum Studium eigentlich immer so total eng.

00:05:35: Ja also durch den Schulwechsel war es dann natürlich nicht mehr so wie fünfte, sechste, siebte Klasse wo man wirklich jeden Tag zusammen verbracht hat.

00:05:43: Also die Freundschaft hat sich natürlich auch schon verändert über die Jahre.

00:05:47: aber wir haben uns nie aus den Augen verloren.

00:05:49: ja das ist glaube ich so... Hat sich verändert aber nie aus dem Augen verloren.

00:05:52: Ja,

00:05:52: ja.

00:05:54: Lena magst du uns mitnehmen in die Zeit deiner Diagnose mit Sechzehn?

00:06:01: Es hat eigentlich damit angefangen, dass gerade so Herbst war.

00:06:06: Der Sommer war grade vorbei.

00:06:08: Ich kam gerade aus dem Sommerurlaub und hatte eigentlich seit nach dem Sommer-Urlaub einen Mückenstich an meiner Schulter.

00:06:18: Und hab mir halt erst mal nichts dabei gedacht, weil das hat jetzt auch nicht wie oder hat mich jetzt auch noch nicht eingeschränkt.

00:06:24: Dann wurde dieser Knubbel aber immer größer rot und dann hat mein damaliger Partner zu mir gesagt, also wirklich wortwörtlich geh mal mit deinem Tumor zum Arzt.

00:06:38: War ihm aber glaube ich da nicht bewusst dass das halt im Endeffekt wirklich ein Tumour ist?

00:06:44: Und dann war es zuerst so, dass der Arzt gesagt hat, Bakterielle Infektion, irgendwie durch den Pool vielleicht oder so.

00:06:55: Ich habe dann erst mal eine Antibiotik-Kasalbe bekommen und das hat nicht geholfen.

00:06:59: Dann kam Cortison dazu.

00:07:01: Hat immer noch nicht gehofft.

00:07:02: In der Zeit ist unter der Achsel auch ein großer Lymphknoten gewachsen.

00:07:07: Und dann wurde das irgendwann ambulant rausgeschnitten... ...und dann kam eigentlich so ne... Am Anfang war das so eine Diagnose, die so verschiedene Sachen hätten sein können.

00:07:19: Es hätte eine Bluderkrankung sein können und es stand Lymphdrüsenkrebs im Raum aber auch noch andere Sachen.

00:07:25: Und dann ging das eigentlich Schlag auf Schlag.

00:07:27: Dann war ich im Klinikum ... und wurde halt dann direkt nochmal nachoperiert.

00:07:33: Das wird dann eingeschickt und ja, dann kamen die Diagnosen.

00:07:38: Nun hat sie nennen?

00:07:39: Mhm.

00:07:41: Wie hast du denn damals seine Freundin Anna an deiner Seite erlebt,

00:07:45: Lena?

00:07:47: Also, was mir noch so in Erinnerung geblieben ist.

00:07:49: Was halt für mich sehr wichtig war ... dass Anna mich eigentlich nie anders behandelt hat.

00:07:56: Es war halt nie so, dass ich in ihren Augen irgendwie Mitleid gesehen habe oder jetzt irgendwie das Gefühl hatte, ich wär eine schwächere Person durch die Erkrankungen.

00:08:07: Sondern es war eigentlich immer ... also unsere Freundschaft war halt immer weiter konstant und war halt auch auf derselben Ebene.

00:08:17: Für Anna war es ganz klar, dass sie egal welches Wetter irgendwie war immer nach Aachen gekommen ist.

00:08:24: Und teilweise dann auch bei Schnee mit dem Bus und das war eine Fahrt von fast zwei Stunden aus Hamburg, aus ihrem Dorf.

00:08:36: Das war ihr halt vollkommen egal.

00:08:39: für sie stand einfach fest ich fahre jetzt nach Aachem in sich Linie kommen Und wir haben trotzdem weiter unsere Scherze gemacht.

00:08:46: Wir konnten auch ... Scherzen eigentlich über die Erkrankung oder über die Glatze machen, und das war einfach genau das was ich brauchte damals.

00:08:55: Sehr

00:08:56: schön!

00:08:57: Vielleicht erzählst du noch mal kurz, wie überhaupt die Therapiezeit war?

00:09:02: Du warst ja wahrscheinlich auf der Kinderstation um neun bis sechszehn noch.

00:09:05: Ich weiß nicht ob da noch deine Eltern dabei sein konnten oder ob du schon alleine da warst.

00:09:09: Vielleicht kannst du so ein bisschen nochmal von der Therapiezeit auch erzählen.

00:09:14: Ja, also meine Eltern konnten dabei sein.

00:09:18: Es war auch immer mal wieder so ... Ich hatte besonders am Anfang eigentlich durch diese Voruntersuchung, diese Hörnwasser-Punktion.

00:09:25: die hat bei mir leider echt sehr viel gemacht und hat irgendwie dazu geführt dass ich zwei Wochen dann komplett flach lag weil ich so extreme Schmerzen hatte.

00:09:35: da durften meine Eltern dann auch bei

00:09:36: mir übernachten.

00:09:37: Es war auch für meine Eltern immer so, dass alles was ich brauchte eigentlich immer bekommen habe in der Zeit und ja das die halt alles für mich in Bewegung gesetzt haben.

00:09:50: Und dann war ich

00:09:51: immer

00:09:51: für eine Woche im Klinikum hab die Chemo bekommen, dann zwei Wochen zu Hause wenn jetzt nichts außer der Reihe war Und dann hat man da natürlich auch seine Leute kennengelernt.

00:10:03: Es war ja so ein fester Kreis, die immer wieder kamen.

00:10:07: Da war auch eine Einmädchen damals in meinem Alter und mit der hab ich mich immer sehr viel ausgetauscht.

00:10:15: War das auch mit derselben oder ähnlichen Diagnose

00:10:17: auf jemand?

00:10:18: Oder ... Die

00:10:18: hatte ein Morbus-Hodgkin, die ist leider mit der Zeit verstorben aber die Zeit hat uns trotzdem zusammen geschweißt Konnten uns immer austauschen.

00:10:32: Das ist echt so wichtig, ne?

00:10:33: Ja!

00:10:34: Gerade als Jugendliche stelle ich mir das auch noch mal ganz anders

00:10:38: vor, weil

00:10:39: Freunde gehen dann in Clubs früher eher noch Diskothek gesagt.

00:10:43: Heute sagt man Club und lehnt draußen hat sich ja für alle weitergedreht.

00:10:48: Ist alles immer so.

00:10:49: aber gerade als Jugendlicher will man ja jetzt irgendwie auf Partys vielleicht sein oder nicht...

00:10:54: ein Krankenhaus sein müssen.

00:10:56: Dann ist auch in so einer Zwischenphase, deswegen war jetzt die Frage, ob die Eltern dann noch mit dabei waren?

00:11:03: Man ist auf der einen Seite schon, ich sag mal, anführlich eine Erwachsenung

00:11:06: ...

00:11:07: Aber auf der anderen Seite ja trotzdem noch Kind.

00:11:10: Deswegen ist grad bei so einer Diagnose mit Sechzen, wenn man auf dieser Kinderstation ist.

00:11:16: Aber trotzdem irgendwie auch die Eltern.

00:11:17: Man ist halt trotzdem allein, also wenn man anderes

00:11:21: ...

00:11:22: alles her.

00:11:23: Man hängt so ein bisschen dazwischen.

00:11:24: Deswegen war es auch wichtig, ein paar noch in dem Alter zu haben.

00:11:28: Sonst waren natürlich viele kleine halt dann nochmal da.

00:11:32: Da hat man sich vielleicht eher mit den Eltern ausgetauscht anstatt mit den Kindern selber.

00:11:40: Aber ...

00:11:41: Ja, meine Eltern waren schon sehr wichtig da.

00:11:44: Man merkte dann schon irgendwie, dass mal wieder Kind wurde.

00:11:50: Anna, wie war es denn für dich als enge Freundin plötzlich mit Krankheit und

00:11:53: Krankenhose

00:11:54: konfrontiert zu sein?

00:11:57: Das war auf jeden Fall total der Schock.

00:12:00: Also ja, das trifft's glaub ich!

00:12:04: Und dadurch dass wir auch dann den Schulwechsel hatten, war sowieso gerade alles neu... Ich kannte noch nicht so viele Leute und habe mich natürlich an Lena geklammert weil wir sowieso immer dieses Zweierpärchen waren Und dann plötzlich von heute auf morgen alles anders, war echt schwer.

00:12:22: Ja.

00:12:25: Also ich wollte ja auch immer genau das dir transportieren also Lena transportieren hinzufahren ganz normal zu tun als hätte sich nichts verändert.

00:12:33: aber natürlich hat sich ja was verändert das ist ja ganz klar und die Situation war ja auch so dass in der Schule die meisten ja noch gar nicht wussten was mit Lena los ist und Lena wollte das auch erstmal gar nicht so publik machen.

00:12:46: dann war das irgendwie immer so ein bisschen wie eine Zwischenwelt.

00:12:48: Auf der einen Seite seine Freundin da leiden zu sehen und am liebsten alles zu tun, um was irgendwie unterstützt und auf der anderen Seite in der Schule die Haltung zu bewahren und einfach immer irgendeine Ausrede parat zu haben.

00:13:03: Ich erinnere mich auch noch, dass ein Lehrer mal so eine richtig blöde Bemerkung gemacht hat.

00:13:07: Da war ich innerlich wütend weil ich mir dachte wenn du eigentlich wisst es was gerade los ist genau daran erinnern ich mich echt auch noch gut Und ich hab's einfach immer genossen, wenn wir im Klinikum Pikulinis gebacken haben.

00:13:22: Irgendwas gespielt haben und ich finde das die Zeit uns auch echt noch mal enorm zusammengeschweißt hat.

00:13:28: Ja.

00:13:29: Und konntest du denn so deine Ängste und Sorgen, die du ja auf jeden Fall hattest um Lena ihr das so auch mal sagt zeigen?

00:13:36: Oder hast du dann doch versucht mehr Lena zu beruhigen oder halt auch Hoffnung zu geben

00:13:41: usw.,

00:13:42: was Positives ... zu sagen usw.

00:13:47: Also in der Akku-Zeit habe ich es wirklich komplett beiseitegeschoben und da haben wir auch gar nicht so viel über so schwere Themen gesprochen, sondern haben wirklich einfach versucht da zusammen durchzugehen und danach haben wir natürlich auch vieles nachzuholen gehabt irgendwie feiern gehen und einfach wieder auch mal diese Leichtigkeit zu leben.

00:14:06: das kam dann meiner Meinung nach eher so ein paar Monate oder jährlich und später, dass man mal intensiv auch darüber gesprochen hat was eigentlich auch mental mit einem gemacht hat.

00:14:17: Und

00:14:18: also wirklich eher so

00:14:19: später zum späteren Zeitpunkt aber in dem Moment selbst haben wir einfach glaube ich beide versucht das Beste rauszumachen und da durchzukommen.

00:14:29: Gab es denn irgendwas, dass eure Freundschaft in dieser Zeit noch besonders gestärkt hat?

00:14:33: Also frage ich euch beide oder dieses Voreinander-Dasein war halt das Hauptding und es hat euch beide dann einfach durch diese Zeit getragen.

00:14:42: Ja, das würde ich sagen also dass wir einfach voreinander da waren ja weiterhin Spaß hatten weiterhin alles so wie vorher gemacht haben obwohl ja diese unsichere Wolke irgendwie über uns war und einfach versucht das ein bisschen beiseite zu schieben.

00:15:00: ja doch genau das würde

00:15:04: viel zusammen zu unternehmen, alles was ging.

00:15:06: Ja...

00:15:09: Wie war es mit sechzehn von der Verarbeitung her?

00:15:13: Ist ja auch noch mal ein anderer Lebensabschnitt sage ich jetzt mal als dann vielleicht auch wo es bei Anna dann eben zur Diagnose kamen.

00:15:25: Also wie ist das mit sehzehn sozusagen?

00:15:27: Weil ihr auch gerade sagt ihr habt Jahre danach!

00:15:30: das sozusagen noch mal auf mental sozusagen verarretet.

00:15:33: Also, gab es Unterstützung?

00:15:36: Hat man die irgendwie angenommen oder war's wirklich so okay ich geh jetzt da durch und dann ist es dann sozusagen abgehakt.

00:15:44: also erst einmal man ist krebsfrei und dann kommt der Alltag wieder ne?

00:15:48: Also

00:15:51: ich fand's mit sechzehn am schwierigsten eigentlich so dieses äh...die Haare zu verlieren nicht mehr in die Schule zu gehen weil die Schule ist ja auch Der Mittelpunkt eigentlich in der Zeit, da spielt sich alles sozialer ab.

00:16:05: Da sind die Freunde und gerade auch so mit Schulwechsel.

00:16:09: Wir waren ja zuerst auf einer Mädchenschule und dann auf einmal war ein Jungs ja auch dabei.

00:16:15: Und dann ist natürlich mit sehzehn ... Ja, so auch Zeife leben!

00:16:22: Leben und Sachen ausprobieren und auch so feiern gehen.

00:16:25: also das war für mich wirklich glaub ich, noch schwieriger als die Erkrankung selber.

00:16:30: Da hab ich irgendwie das Gefühl gehabt, ich hatte wie so eine Schranke, die sich umgelegt hat und ... Ich hab am Anfang bei meinen Arzt gefragt, muss ich sterben?

00:16:38: Und der hat halt geantwortet mit Nein, du hast gute Heilungschancen!

00:16:42: Ja.

00:16:43: Dann war das für mich auch einfach so.

00:16:44: Für mich war eigentlich die ganze Zeit klar, es gibt gar nicht diese Optionen aber mir wird grade so mein Kreis einfach weggerissen.

00:16:54: Hm, ja.

00:16:57: Neun Jahre später kam dann deine Diagnose an.

00:17:01: Wie hast du diesen Moment erlebt?

00:17:04: Den Moment der Diagnese, der war eigentlich wie eine Befreiung weil ich vorher schon relativ viele Symptome hatte Schmerzen am unteren Rücken Es war unklar was es ist und von Arzt zu Arzt und einem Krankenhaus gelandet Und ich wusste aber einfach die ganze Zeit irgendwas stimmt nicht.

00:17:23: also Ich habe das richtig gespürt Und als es dann endlich benannt wurde und der Name gefallen ist, war das wie eine Erleichterung.

00:17:31: Ich weiß auch noch ganz genau die Ärztin hat dann gesagt ... Haben Sie verstanden was sie haben?

00:17:36: Weil ich hab wirklich sehr gefasst reagiert!

00:17:40: Als sie's da nochmal wiederholt hat, dann ist so alles zerbrochen und dann bin ich auch in Tränen ausgebrochen.

00:17:45: Meine Eltern waren dabei.

00:17:48: Für mich war dann auch so wie Lena eben schon gesagt hat, ich habe direkt gefragt, wie sind die Heilungschanzen?

00:17:53: Und als dann auch direkt gesagt wurde, sie sind relativ gut.

00:17:57: Wir müssen jetzt gucken, welche Therapie wir machen und noch ein paar Tests machen.

00:18:00: Aber die Heilungschancen sind gut.

00:18:03: Hat sich das tatsächlich so in meinen Kopf eingebrannt?

00:18:05: Dann war Fokus auf Heilung.

00:18:07: Das war für mich beschlossene Sache, dass ich da jetzt durch muss, egal wie lang, aber ich musste da durch und hatte ja auch ein gutes Vorbild jemanden der mir das schon gut vorgemacht hat.

00:18:18: Ich wusste man kann es schaffen!

00:18:21: in meinem Kopf festgesetzt, ja.

00:18:24: Aber wie wichtig sind die Aussagen?

00:18:26: Zum Anfang vom Arzt

00:18:27: ist ...

00:18:27: Die Heilungsschancen sind gut!

00:18:29: Da klammern man sich total dran.

00:18:30: Das war auch meine erste Frage.

00:18:33: Ja, aber

00:18:34: das natürlich nicht.

00:18:35: In jedem Fall, dass der Arzt es dann auch so sagt oder vielleicht manchmal ist es leider auch nicht so.

00:18:41: Dann merkt man, wie doll man sich daran klammern kann und da noch Halt gibt.

00:18:46: Lena, in dieser Zeit warst du ja dann diejenige, die stark seine begleiten musste.

00:18:50: Welche Gefühle hattest du denn in der Situation?

00:18:55: Also ich weiß noch das für mich in dem Moment als Anna mir dann ... Ich glaub, du hast mir ein Sprachnerpflicht gemacht und ich erinnere mich nämlich auch daran, dass Anna das alles sehr faktisch gesagt hat und sehr gefasst gesagt hat.

00:19:12: Und ich das erst mal gar nicht wahrhaben wollte.

00:19:15: also für mich war es halt einfach so.

00:19:16: Das kann einfach nicht sein.

00:19:18: Also, wieso sollte das jetzt so sein?

00:19:21: Und bis ich das dann erst mal irgendwie verkraftet hatte ... Ich hab dann auf meine Eltern angerufen und musste mit denen drüber sprechen.

00:19:30: Dann ist es für mich erstmal angekommen.

00:19:32: Und dann war's, ehrlich gesagt, für mich noch mal deutlich schlimmer als bei meiner Diagnose.

00:19:38: Weil wenn man das selber im Körper hat, Also dann schaltet diese Psyche einfach um und dann weiß man halt, okay ich weiß ja wie ich mich fühle.

00:19:47: Und das kriege ich schon irgendwie hin.

00:19:49: aber wenn man einen Menschen hat der einem so wichtig ist die Person das auf einmal durchmachen muss es war für mich einfach total schlimm in dem Moment.

00:20:01: So diese Hilflosigkeit.

00:20:03: Ja dann

00:20:04: als man selber krank war hatte man das Gefühl man kann selber was machen und als Angehöriger Man kann ganz viel machen, hast du ja auch.

00:20:14: Aber man fühlt sich halt erst beherrtlos.

00:20:19: Hat euch dieser Rollenwechsel in eurer Freundschaft noch einmal auf eine neue Ebene

00:20:25: gebracht?

00:20:27: Ja, würde ich sagen ... Also unsere Freundschaft hat sich sowieso sehr oft sehr entwickelt weil mit ... Und wenn dann halt aber auch noch so zwei Schicksalsschläge da sind und beide Perspektiven quasi einmal eingenommen

00:20:48: wurden, also

00:20:49: einmal diejenige zu sein, die da liegt und krank ist.

00:20:52: Und einmal diejenigen gibt es zu sein ,die mitfühlt, aber nicht so viel machen kann hat glaube ich das Verständnis nochmal mehr gestärkt und diese Verbundenheit, die ja immer schon da war, auch nochmal gestärkbar.

00:21:05: Also wir haben das ja auch heutzutage noch, wenn ich irgendwie was versuche zu erklären und ich muss es gar nicht aussehen.

00:21:10: Dann sagt Lena Dreckjaer.

00:21:11: Ich weiß, was du meinst oder ich habe das genauso gefühlt wie du oder ich fühle das auch immer noch genau so wie du.

00:21:16: also diese Telepartie, was Du eben meinst, dass hat das glaube ich nochmal ein bisschen noch mal intensiviert.

00:21:23: Und man muss ja auch dazu sagen... Bei uns war es ja auch so, dass wir in der Schulzeit sehr eng miteinander waren.

00:21:31: Danach kamen Studium und Ausbildung.

00:21:33: Dann haben sich unsere Freundeskreise auseinanderentwickelt.

00:21:36: Da ist man dadurch, dass man ein neues Lebensumfeld hat.

00:21:43: Ich bin nach Köln gezogen ... Auf einmal ganz andere Freunde auch kennengelernt.

00:21:48: Unsere Freundschaft war trotzdem immer noch da, aber ging ja schon manchmal in verschiedene Richtungen und durch die Diagnose ist es dann auf einmal wieder so wie am Anfang eigentlich geworden und noch intensiver halt ...

00:22:05: Was bedeutet das?

00:22:06: Wenn eine Freundschaft etwas aushält, ihr habt ja schon ein bisschen erzählt dass euch diese Verbundenheit ja noch stärker geworden ist dadurch.

00:22:14: Aber habt ihr da noch ein paar Gedanken für uns, wenn man zusammen sozusagen zweimal

00:22:21: durchgehen muss?

00:22:23: Also ich weiß halt, dass diese Freundschaft niemals zerbrechen wird.

00:22:28: Das ist natürlich ... Wenn du jung bist, dann wünschst du dir das immer, dass die Freundschaft nicht zerbrechend wird.

00:22:34: aber für mich war halt so... schon ab dem Moment, wo ich Lena da liegen gesehen hab und einfach wusste.

00:22:39: Ich will diesen Menschen niemals

00:22:40: verlieren.".

00:22:41: Und dann als ich aber auch da gelegen habe und direkt auch wusste, Lena ist da das hat für mich so bewirkt okay diese Freundschaft wird niemals zerbrechen also die wird für immer halten.

00:22:51: Ja komm was wohl ja

00:22:53: einfach ihr Seelenverband halt.

00:22:58: Sehr sehr schön.

00:23:00: Gab es vielleicht auch Momente, in denen ihr einander nicht verstanden habt?

00:23:04: Sie hat schon mal gesagt, dass sie eure Wege auch mal sozusagen auseinander gegangen

00:23:10: sind.

00:23:10: Aber gab's da irgendwelche

00:23:11: Momente?

00:23:13: Also nicht verstanden würde ich nicht sagen.

00:23:15: aber es gab Momente wo wir einfach dann ja so'n bisschen auseinandler gegangen sind, vielleicht auch durch die Freundeskreise oder durch Beziehungen, die man irgendwie dann noch hatte... da nicht immer alles, wo man nicht immer einer Meinung war über die Arten und Weise wie man sich verhalten hat.

00:23:34: Da gab es schon Momente, wo wir uns so ein bisschen voneinander entfernt haben.

00:23:38: aber trotzdem war es uns beiden glaube ich immer wichtig das schnell wieder zu besprechen und aus der Luft zu schaffen dass wir einfach wieder dann zusammen wachsen.

00:23:46: Aber ich würde sagen so einen richtigen Moment wo wir komplett auseinander gegangen sind gab es nie.

00:23:51: Nein,

00:23:52: die Basis war so sehr lang immer, der Basis

00:23:56: und hat sich das verändert, wie ihr

00:23:58: miteinander

00:23:59: sprecht.

00:24:00: Also ist es vielleicht noch ehrlicher und direkter geworden durch

00:24:04: diese

00:24:05: Erkrankungszeit?

00:24:07: Vielleicht aber auch rücksichtsvoller, weil man irgendwie so ein bisschen immer das kühlert.

00:24:10: Man will die andere ja beschützen!

00:24:12: Ich würde schon eher ehrliche und direkt sagen... also ich würde schon auch sagen dass wir uns das sagen was wir so denken.

00:24:22: Klar, natürlich nimmt man Rücksicht.

00:24:24: Aber ich glaub nicht, dass wir uns gegenseitig in Wattepacken würden oder so ... Oder irgendwas nicht aussprechen würden, wenn man Angst hat den anderen zu verletzen.

00:24:34: Weil wir beide wissen, die Freundschaft kann nicht auseinandergehen.

00:24:38: Egal was wir jetzt ja zu besprechen hätten.

00:24:42: Ich find das auch, dass man viel direkt dammelnandersprechend, also für offener auch.

00:24:47: Also man ... ich sag mal ... Man verblühmt es jetzt nicht so, sondern haut's einfach raus.

00:24:55: Ich krieg's bloß dann auch immer mit Außenstehende sozusagen die dann sagen ... Okay krass wie ihr hättest!

00:25:01: Wie offen und direkt wir so

00:25:02: sein.

00:25:05: Ja ich find' auch wenn man also die Basis hat, ne?

00:25:07: Man weiß genau das kann niemand erschüttern und nicht,

00:25:09: nicht so niemand.

00:25:10: Dann ist es ja auch ... Also einfach total befreien, wenn man auch wirklich das sagen kann was man machen möchte weil man genau weiß, dass hält es aus.

00:25:18: Und es gibt auch keine Tabuthemen.

00:25:20: Das ist, glaub ich aus so ... Vorher, wenn man so eine Erkrankung nicht erlebt hat, dann gibt's ja Tabuthemen, wo man einfach nicht darüber spricht.

00:25:27: Die schweigt man einfach tot.

00:25:29: Aber wenn man in so einer Zeit ist und jeden Tag die Ärzte kommen und dich nach deinem Stuhlgangs ragen,

00:25:34: sonst einfach

00:25:35: mal zu benennen wie das ist?

00:25:36: Dann gibts irgendwann auch keine tabuthemen mehr!

00:25:39: Niemand isst so schnell auf einer ganz anderen Ebene.

00:25:42: Ja also wie gesagt merken wir bei den Telefonaten das Erstgespräch.

00:25:47: wie du damit auch schon sagst.

00:25:48: Man spricht dann gleich, sage ich mal über den Stuhlgang oder wurde dann denkst du okay ist es eigentlich eine fremde Person aber entaufe gesagt dieses direkte und kein Tabu das finde ich auch.

00:25:59: das ist so einfach raus und ja sehr gut so gerne wir auch das nicht haben wollten alle.

00:26:08: aber was habt ihr einander gegeben in diesen Zeiten dass andere vielleicht nicht geben konnten

00:26:16: Verständnis für die Situation, würde ich sagen.

00:26:20: Einfach noch mal ein viel tieferes Verständnissen.

00:26:23: Es musste nichts erklärt werden.

00:26:26: Man

00:26:27: wusste einfach ganz genau wie der andere sich gerade führt oder die anderen.

00:26:32: Ja unterschreibe ich so hundert Prozent.

00:26:35: Also einfach so sprechen ohne Worte.

00:26:38: Ich weiß auch noch als Lena mich das erste Mal besucht hat... Ich musste gar nichts sagen, ich musste gar nix erklären wie es mir geht oder was gerade los ist.

00:26:47: Ich hatte so das Gefühl ... die weiß, wie's mir grad geht!

00:26:50: Die hat's ja selber durch.

00:26:52: Wir waren sogar in der gleichen Klinik.

00:26:54: Das war auch meine unsere Frage.

00:26:56: Es war wirklich so direkt ein Gefühl von ... ach, ich muss mich endlich nicht erklären oder muss nicht noch mal wiederholen kann vielleicht auch mal irgendwie einen Fachwort auspacken und Lena weiß, was es ist oder was es bedeutet.

00:27:07: Weil das is' ja auch ne Fachstrache Und wo andere dann vielleicht noch mal tiefer fragen und irgendwie genau wissen wollen, was passiert jetzt?

00:27:15: Wann bist du wieder gesund oder so.

00:27:17: Diese Fragen kamen halt von Lena nicht und das fand ich sehr gut.

00:27:25: Auch

00:27:26: nicht um welche, ich sag mal doofen Sprüche oder also andere Freunde oder so.

00:27:31: die meinst auch nicht böse aber trotzdem kommt ja da manchmal so ein Spruch weil sie es gar nicht anders wissen.

00:27:36: Das

00:27:36: kann

00:27:38: man ja auch immer wieder sagen, das Verständnis und dieses Nicht-Erklären.

00:27:42: Man muss sich nicht erklären.

00:27:44: Genau.

00:27:45: Der andere ganz genau weiß wie derjenige sich fühlt um was er gerade braucht und was wichtig ist.

00:27:52: Auch

00:27:53: gerade dieses

00:27:53: Brauchen.

00:27:54: Und

00:27:55: gar nicht um Unterstützung Hilfe bitten müssen sondern die sind von vorn rein da

00:28:01: Das ist der ... und sich auch nicht verstellen müssen.

00:28:03: Also, gerade wenn man da liegt und irgendwie fünfmal am Tag sich übergeben muss... Und dann bei anderen Menschen vielleicht doch eher die Fassung bewahren will und doch irgendwie noch was transportieren will,... Wenn aber jemand da ist dem du zu hundert Prozent vertraust, dann musst du das halt nicht!

00:28:20: Und ich erinnere mich einfach an eine Situation.

00:28:23: Da war Lena bei mir im Krankenhaus und meine Mama auch, weil es durften immer nur zwei Besuchspersonen kommen.

00:28:29: Dann sollt ich zum MRT Und es war eigentlich irgendwie ... zwanzig Minuten angesetzt oder so.

00:28:35: Dann haben sie mich aber im MLT gefragt, ob's okay ist, wenn Sie noch den Kopf machen?

00:28:40: Das hat im Endeffekt anderthalb Stunden gedauert und ich hatte aber zu keinem Moment ein schlechtes Gewissen, obwohl ich wusste, Lena sitzt da jetzt mit meiner Mutter und ich bin weg, aber ich hatte in keinster Minute ein schlechteres Gewissen das ich dachte, weil jetzt ist Lena bestimmt genervt oder

00:28:57: so.".

00:28:58: Also so dieses Gefühl, das ist mir irgendwie total prägnant im Kopf geblieben.

00:29:02: Ja.

00:29:03: Ja, sehr schön!

00:29:05: Habt ihr Ritual oder kleinen Gesten entwickelt die euch getragen

00:29:08: haben?

00:29:09: Da bin ich jetzt gar nicht zu benennen.

00:29:11: Nee, nee...

00:29:12: Es war einfach nur dass sie dann zusammen oder euch gegenseitig besucht habt.

00:29:15: Das war

00:29:17: leider ein

00:29:18: Rituaal halt so Skimospiel und zwar ... In so ein simples Kartenspiel erinnern, aber einfach in den Kopf ausscheißen.

00:29:28: Ist das schon mal schön?

00:29:29: Ist der steigend mit eher

00:29:30: im ersten Mal ... Allgemein-Kartenspiele?

00:29:33: Ja!

00:29:33: Stimmt

00:29:34: ja auch immer dieses Ablenken und ich hab da bestimmt erzählt es war lustig.

00:29:38: Ich habe viel gelacht.

00:29:39: Das sind wir einfach mal dieses Böse irgendwie vergessen haben dann in der Zeit.

00:29:44: Gibt es etwas dass ihr durch die gemeinsame Erfahrung heute anders im Leben angeht?

00:29:50: Gutsche

00:29:50: Fragen dir damit nicht.

00:29:54: So soll es sein.

00:29:56: Also ich würde sagen, Es gibt gar nicht so viel was wir anders machen weil diese Bindung immer schon da war.

00:30:04: also Wir waren ja auch früher natürlich mit einem kindlicheren Kopf also Kindlicher Gedanken aber wir waren Ja früher schon immer sehr eng miteinander und Ich finde Da hat sich auch Gar nicht so Viel dran geändert wie wir Dinge angehen oder Wie wir Dinge Machen.

00:30:22: Nee könnte ich tatsächlich Nicht sagen.

00:30:25: Nee,

00:30:25: mir wird jetzt auch nichts einfallen.

00:30:29: Welche Botschaft möchtet ihr andere mitgeben?

00:30:32: Die gerade mit Krankheit und Freundschaft dringen?

00:30:37: Also ich würde...

00:30:38: also was mir wichtig wäre jeder der grad eine Freundin hat oder einen Freund, der durch die diese ganze Sache geht, offen miteinander sprechen.

00:30:49: Also ganz offen fragen wie möchtest du das sich umgehen und im besten Fall Also das, was wir beide ja auch als super positiv empfunden haben nicht verändern wie man mit der Person umgeht.

00:31:00: Wie man die Person anschaut einfach das ganz normale Leben weiterleben und immer versuchen die Personen an dem Leben auch teilhaben zu lassen.

00:31:09: also vielleicht auch mal aus dem aus dem eigenen Leben erzählen und auch schöne Dinge erzählen Und halt immer wieder nachfragen passt es so für dich ist Okay, oder willst du grade deine Ruhe haben?

00:31:22: Oder willst du gerade lieber über deine Geschichte reden.

00:31:25: Also ganz viel sprechen und

00:31:27: sich möglichst wenig

00:31:28: zurückziehen oder so Sprüche

00:31:30: wie

00:31:30: melde dich wenn du was brauchst oder so.

00:31:32: Das ist halt irgendwie einfach ... So weitermachen wie vorher auch.

00:31:36: Und das fänd ich ganz, ganz wichtig!

00:31:39: Ja... Ja also keinen Scharnengefühl zu haben, das finde ich auch superwichtig

00:31:44: da

00:31:44: einfach offen zu sein mal ansprechen zu können, ich mach mir Sorgen um dich oder ich habe Angst um dich.

00:31:54: Das ist ja auch vollkommen normal.

00:31:56: also es wäre komisch wenn's nicht so wäre.

00:32:00: Ja

00:32:01: das ist mir auch...

00:32:02: Ich würde dir auch so Gefühle zulassen ne?

00:32:05: Also dass man sich ja selber auch nicht verstecken muss, sondern auch mit denen oder diejenige dann auch zusammen auch weint genau wie man auch lachen kann währenddessen und ich finde auch immer so wie es ist, auch so ein bisschen aufgefahren zu sein.

00:32:20: Wenn man als Angehöriger ist und das eigene Ego so ein bißchen zurückstecken.

00:32:24: ja also wir haben auch schon gesagt hast einfach da sein und immer wieder nachfragen und nicht dann ich sag mal in anführungsstrichen beleidigt sein wenn der Betroffene sich mal nicht meldet weil das wird ja nicht weil der betroffende hat andere Sachen sondern dass einfach auch verstehen und hinnehmen und immer wider Nachfragen als Angehöriger, weil der Betroffene oder die Betroffe ... Die werden schon sagen was sie wollen und was sie nicht wollen.

00:32:52: Wenn Sie sagen so heute will ich jetzt keinen Besuch haben du kannst gehen dass dann der andere eben nicht beleidigt

00:32:58: abtritt und denkt

00:32:59: so

00:33:00: sondern das ist dann entauch verschlägt.

00:33:03: Und ich glaube es ist ja vielleicht wie's bei euch kommt wenn ich kurz noch mal besprechen.

00:33:08: aber durch die Erkrankung sind ihr auf Freundschaften neu dazugekommen, aber auch welche gegangen.

00:33:15: Weil man natürlich dann auch gemerkt hat okay die reagieren jetzt so das passt nicht.

00:33:20: also wenn wirklich mal so neb wenn da was passiert dann sind sie einfach nicht an der seite.

00:33:25: und es ist

00:33:27: genau ich hatte auch gerade in den gedanken dieses offensein für neue freundschaften.

00:33:30: werden jetzt gerade der fröhliche kreis vielleicht nicht damit klar kommt dass man dann aber daran glauben Darf, dass neue Freundschaften entstehen.

00:33:40: Vielleicht unter den Betroffenen ja auch.

00:33:41: Wir erleben es ja ganz oft.

00:33:44: Wie wir jetzt hier vier Jahr ... Vier die auch sitzen, ne?

00:33:47: Wir haben jetzt schon seit so vielen Jahren Kontakt.

00:33:49: Das wäre ja alles nicht gewesen hätten, weil wie diese Erkrankung nicht gehabt und das ist dann wieder so viel Schönes was daraus entstehen kann.

00:34:00: Was habt ihr voneinander gelernt, was ihr ohne diese Erfahrung vielleicht nie entdeckt

00:34:04: hättet?

00:34:06: Also ich hab von denen gelernt, dass man diese blöde Krankheit überstehen kann.

00:34:12: Das habe ich ja eben schon gesagt, einfach mein Vorbild.

00:34:15: und das hat sich auch wirklich bei mir so eingeprägt weil mit sechzehn habe ich sie da liegen sehen und gerade auf die erste Zeit du eben erzählt hast mit der Funktion als du auch viel liegen musstest und es dir so schlecht ging Und dann dich aber wieder zu sehen, wie du dich wieder aufrappelst und da durchmarschierst.

00:34:32: Danach mit Perücke in den Club reinrennst.

00:34:36: Das hat mir einfach gezeigt ... Okay, Lena hat das geschafft?

00:34:40: Dann schaue ich das auch!

00:34:41: Also es hat wirklich ganz viel Mut mehr gegeben.

00:34:45: Sehr schön.

00:34:49: Ja.

00:34:49: Ich würde sagen, einfach so Den Optimismus halt sich zu behalten also... Auch weiterhin die schönen Dinge im Leben zu sehen, das Schöne am Tag zu sehen.

00:35:00: Sich an so kleinen Sachen einfach erfreuen zu können und nicht ins Negative zu verfallen.

00:35:10: Vielleicht noch mal als Schlusswort?

00:35:12: Wie geht's euch denn

00:35:13: heute?!

00:35:17: Weil ich wollte dir da noch ein bisschen was erzählt!

00:35:20: Also... Ich find's total emotional und Lena und ich haben natürlich auch vorhin schon viel gequatscht.

00:35:26: Und haben auf beide irgendwie schon gesagt, oh mal gucken wie sich das dann jetzt anfühlt so Fragen gestellt zu bekommen.

00:35:33: Ja.

00:35:33: Zu einer Zeit die ja jetzt auch schon eine Weile her ist und dass alles nochmal so präsent in den Kopf zu rufen.

00:35:42: Emotional also total emotional finde ich!

00:35:45: Und auch das jetzt mal von Lena ausgesprochen zu hören.

00:35:48: Also Fragen die ... Ich hab im Alltag so eine Stelle.

00:35:52: Das ist irgendwie auch ne ganz neue Situation, aber total schön auch mal zu hören, ja?

00:35:59: Würde ich auch sagen also weil wir auch nie jetzt über diese Fragen halt gesprochen haben nach unseren Erkrankungen, aber das dann damit nochmal so Revue passieren zu lassen und einfach auch mal die Gefühle des anderen mitzubekommen es schon sehr schön.

00:36:17: Und Femition hat!

00:36:19: Das stimmt.

00:36:28: Man hat das alles erlebt, aber nie so direkt drüber nachgedacht oder?

00:36:33: Das hat nie ausgesprochen ...

00:36:36: Ja und jetzt sitzen wir hier alle

00:36:38: ein.

00:36:39: Hier habt ihr einen Sunt und einen

00:36:40: Munter und nehmen diesen tollen Podcast auf.

00:36:44: Und dann haben wir es eigentlich schon aus.

00:36:46: Jetzt machen wir es ein bisschen lockerer.

00:36:50: Aber wir haben noch so eine kleine Schnellfragerunde vorbereitet.

00:36:58: Einfach kurz und knapp antworten?

00:37:02: Genau, dann fange ich mal an!

00:37:04: Pitzerabend oder Kino?

00:37:06: Pitzer abends.

00:37:07: Kinder sagen...

00:37:10: Heute oder morgen?

00:37:11: Heute.

00:37:12: Heute.

00:37:14: Einen Wort, einen Satz der eure Freundschaft beschreibt.

00:37:17: Seelenverwandte.

00:37:23: Telefonieren oder Sprachmachrichten.

00:37:29: Planen oder spontan?

00:37:32: Kommt drauf auf.

00:37:32: A, ja.

00:37:33: Ehrig!

00:37:35: Gerne auch mal spontan...

00:37:37: Was schon eher bleibt.

00:37:42: Spaziergang

00:37:42: und

00:37:42: gemütlich zu Hause bleiben.

00:37:44: Spatziergang

00:37:45: war schön im Wetter.

00:37:49: Wellness oder aktiv Urlaub?

00:37:52: Wellness.

00:37:53: Aktiv.

00:37:54: Das hab ich dir jetzt auch gedacht.

00:37:57: Stadt oder Land?

00:37:59: Land.

00:38:01: Statt, zum Wohnenstatt!

00:38:03: Ja?

00:38:04: Okay.

00:38:05: Frühaufsteher- oder Nachtäule?

00:38:07: Nachtäule.

00:38:08: Früheraufstehe

00:38:10: meine...

00:38:12: Welches ist eure Lieblingsjahreszeit?

00:38:16: Frühlinge.

00:38:18: Für mich auch der Frühling ...

00:38:20: Na ja, haben wir viele Übereinstrungen.

00:38:23: Aber er hat dir gesagt

00:38:24: von Anfang gegen Sätze wie sich anziehen.

00:38:29: Genau und dann haben

00:38:30: wir

00:38:31: noch eine Rubrik, die heißt Deine Frage zählt.

00:38:34: Wir antworten also ihr könnt jetzt eine Frage an uns stellen?

00:38:37: Ja wir haben

00:38:38: uns vorher schon so ein bisschen Gedanken gemacht und

00:38:42: haben

00:38:42: überlegt wir würden gerne wissen was ihr denn an euch schätzt in eurer Freundschaft.

00:38:48: Es

00:38:48: kam alles was ihr selber auch schön gesagt habt.

00:38:50: Also wir saßen ja auch die ganze Zeit hier und haben immer nur genickt Und immer bestätigt.

00:38:57: Wie gesagt, wir haben uns gesucht und gefunden.

00:38:58: Das haben wir ja auch schon mal gesagt.

00:39:01: Ich glaube in den ersten Minuten bei unserem Kinder haben wir gemerkt okay das harmoniert ist genauso wie bei euch.

00:39:07: Wir sind glaub ich auch im manchen Sachen verschieden aber das harmonier total gut weil wir uns da sehr gut ergänzen Auch gerade in der Arbeit mit dem Verein.

00:39:17: Ja, und ich glaube wir können... Also ich kann auf Kathrin möchte Kathrin nicht mehr missen.

00:39:23: Und bin super happy und dankbar dass sie an meiner Seite ist, an unserer Seite ist.

00:39:28: Und das da so eine tolle Freundschaft entstanden ist.

00:39:30: also jetzt muss ich auch aufpassen weil es wird mal irgendwo zu nahe.

00:39:33: Ja also genau!

00:39:34: Ich würde alles sagen was ihr gesagt habt nur dass wir natürlich noch gar nicht so lange.. Wir haben nicht diese lange Freundschaft seit der Kindheit oder Jugend.

00:39:41: aber ich finde sechs Jahre, die wir uns jetzt kennen.

00:39:45: Alle schon zusammen erlebt haben und wie angesagt, erst mal von Minute eins war das irgendwie so eine Verbindung.

00:39:52: Und

00:39:53: ja sie ist mein absoluter Lieblingsmensch und ich muss sich auch aufpassen,

00:39:59: wenn wir dich drehen kommen!

00:40:01: Ich finde es immer wieder so toll was aus dieser Zeit, also dieser schlimme Erkrankung

00:40:07: entstanden

00:40:07: ist und was wir zusammen machen.

00:40:08: Und kann mir auch nicht vorstellen dass es irgendwas gibt das unsere Freundschaftsverbindung und alles irgendwie erschüttern könnte.

00:40:15: Ja!

00:40:16: Und ich glaube das ist auch etwas... Also ihr habt jetzt schon die Jahre ne?

00:40:22: Wir haben ja alle sozusagen die Jugendfreundin.

00:40:26: Das ist ja auch so.

00:40:26: aber es ist glaube ich auch noch mal Auf bei uns jetzt so, wir sind noch nicht gut und sind wieder tagtäglich miteinander im Kontakt durch den Verein auch.

00:40:35: Aber das ist eben wirklich... Da kann auch nichts dran rütteln wenn jetzt vielleicht einer, wenn es irgendwie doch mal so okay man geht jetzt mal jeder seine Wege oder so.

00:40:42: aber ich glaube man findet sich immer wieder weil man diesen, ich sag mal schon diesen Punkt zusammen hat.

00:40:48: Und es gibt keine Tabuthema Themen also es wird einfach raus.

00:40:54: Man bespricht Themen, die man wirklich mit langjährigen Auffreunden vielleicht gar nicht besprechen würde.

00:40:59: so und das ist

00:41:01: sehr schön.

00:41:02: Und was wir auch immer wieder gesagt haben es ist in Dispositive ... Auch wenn sozusagen der Ausgang müsste schön ist sozusagen.

00:41:12: Und immer auch wieder dieses Verständnis für einanderne, was ihr ja auch gesagt habt?

00:41:15: Ja ohne Worte!

00:41:16: Also bei uns ist dann immer so Bei uns ist ein Beispiel, zum Beispiel Kathrin.

00:41:21: Wenn wir Meetings haben, Zoom-Meetings oder so und ich merke dann sofort ... Kathrin wird es jetzt beenden?

00:41:31: Also da weiß man auch schon so okay, jetzt müssen wir mal hier mal

00:41:35: einen Suppotecon.

00:41:37: Es ist eben so, man weiß wie der andere tickt und weiß dann auch schon, wie man reagieren muss.

00:41:43: Und das ist

00:41:44: ... Genau, und kann so ein bisschen auf den anderen Einen gehen ganz anders.

00:41:47: Und auch ein bisschen beschützen.

00:41:49: Genau.

00:41:49: Ja ja

00:41:50: total.

00:41:52: Daher ist schöne Frage.

00:41:53: Schön

00:41:54: dass ihr da wart!

00:41:55: Dass wir diese wundervolle Gefolge

00:41:58: aufnehmen konnten?

00:42:00: Auf jeden Fall.

00:42:00: Ich finde es wichtig auch dieses Thema Freundschaft...

00:42:04: ...dass

00:42:04: wir das so noch mal beleuchten konnten sozusagen.

00:42:07: Also einfach eure Lebensgeschichte ja auch.

00:42:11: So ihr Lieben.

00:42:12: Es war sehr schön hier bei euch

00:42:16: haben dann noch in so einer schönen Atmosphäre.

00:42:22: Danke, liebe Anna!

00:42:23: Danke, Liebe Lena, dass ihr uns so offen mit in eure Geschichte genommen habt.

00:42:27: Es ist bewegend zu hören wie ihr euch gegenseitig getragen habt erst die

00:42:32: eine,

00:42:33: dann die andere und wir aus einer Schulfreundschaft ein Bandwurde das stärker ist als jede Krankheit.

00:42:39: Ihr zeigt uns, dass Freundschaft mehr ist als ein Wort.

00:42:42: Sie ist ein Versprechen, ein Auffangen

00:42:44: –

00:42:45: ein Weitergehen auch wenn der Boden wackelt!

00:42:48: Sie ist die Hand, die bleibt Wenn alles unsicher wird und die Leise sagt Du bist nicht allein.

00:42:54: Eure Geschichte macht Mut, sie schenkt Hoffnung Und sie erinnert daran wie wichtig Menschen an unserer Seite sind Die bleiben, wenn es schwierig wird.

00:43:03: Danke das ihr eure Stärke, eure Verbundenheit und euren Weg mit uns geteilt habt und danke dafür, dass ihr zeigt das Freundschaft heilen kann.

00:43:12: Manchmal leise, manchmal laut aber immer mit Herz!

00:43:16: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gerne weiter.

00:43:20: Mehr Informationen über unsere Arbeit findet ihr wie immer auf unserer Webseite www.eisfogel.live.

00:43:27: Wir freuen uns auch euch in der nächsten Folge von

00:43:31: Lebe Jetzt.

00:43:33: Das war Lebe

00:43:34: jetzt

00:43:34: – der Podcast vom Eisfogelev.

00:43:37: Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Unterstützer, ab wie Deutschland GmbH und CoKG, AstraZeneca Gmbh, Bristol Myers Squibb sowie ein aller die im Hintergrund mitgewirkt und zum gelingen beigetragen haben.

00:43:51: Produziert wurde dieser Podcast von Pangram Audio.

00:43:54: schön dass du dabei

00:43:55: warst.

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