#5 Vom Überleben zum Begleiten
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und dann kam am Ende doch irgendwie alles anders.
00:00:05: Dann ist es okay.
00:00:06: Wir müssen sofort mit der Säben anfangen.
00:00:09: Sonst
00:00:09: wirst
00:00:09: du vielleicht übermorgen nicht mehr leben.
00:00:12: Wie alt warst du damals?
00:00:14: Das war kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag.
00:00:19: Die Jugend, die Mädels
00:00:20: sind feiern gegangen.
00:00:21: Eigentlich da soll es richtig losgehen.
00:00:23: Genau.
00:00:25: Ich habe mich damals so gesehen, dass würde ich unten an einem Berg stehlen und dachte ich nie, so eine Koffe ich darauf.
00:00:33: Am Ende stand ich trotzdem oben und habe die Aussicht genossen.
00:00:37: Ja, sehr schön.
00:00:38: Was macht man, wenn man den Berg hoch geht?
00:00:40: Ich gehe ihm wieder herunter und helfe den anderen
00:00:42: hoch.
00:00:42: Genau, ja.
00:00:46: Ich hatte nie vor, krankes Lässern zu werden.
00:00:50: Es ist ein Beruf, den ich zwar aus Berufung mache, dennoch muss man sich da ein bisschen abkapseln, um eben nicht nach kurzer Zeit selbst daran zu
00:00:58: zerbrechen.
00:00:58: Ja, total.
00:00:59: Das ist ein ganz, ganz großer Unterschied,
00:01:02: ob du dein Leben lebst
00:01:04: oder
00:01:04: ob du eben nur existierst.
00:01:07: Nicht nur existieren, sondern leben.
00:01:08: Ganz toll.
00:01:09: Genau.
00:01:20: Mit Herz und Humor.
00:01:21: Von Betroffenen für alle, die sich bewegen
00:01:24: lassen wollen.
00:01:26: In dieser Folge sprechen wir mit Jana aus Rehmagen.
00:01:29: Sie ist dreiundreißig Jahre alt, Krankenschwester und war selbst als Jugendliche schwer erkrankt.
00:01:34: Mit nur sechzehn Jahren erhielt sie die Diagnose Akutolymphatische Leugemie.
00:01:39: Eine Zeit voller Unsicherheit, die sie ihre Familie und ihr Leben bis heute geprägt hat.
00:01:45: Aus dieser Erfahrung ist viel entstanden.
00:01:48: Ein starkes Band in ihrer Familie, Ein neuer Blick auf das Leben und der Wunsch, etwas zurückzugeben.
00:01:55: Heute arbeitet Jana in einem Hospiz.
00:01:57: Sie sagt selbst, ich habe den Job gefunden, in dem ich mich richtig fühle.
00:02:02: Mit ihrer Geschichte begleitet sie Menschen auf ihrem letzten Weg.
00:02:07: Und jetzt sagen wir hallo
00:02:08: Jana.
00:02:09: Hallo ihr zwei.
00:02:12: Schön, dass wir uns hier in diesem Umkreis treffen.
00:02:17: Jana, magst du uns vielleicht mitnehmen zurück in das Jahr zwei Tausend Acht?
00:02:22: Wie fing alles an?
00:02:25: Es fing alles eigentlich sehr banal an.
00:02:30: Wir dachten, dass ich eine Mandelenznimmung hätte und einfach ein bisschen schwach auf der Brust war zum demaligen Zeitpunkt.
00:02:39: Und dann kam am Ende doch irgendwie alles anders.
00:02:45: Ich bin damals während einem Fußballtraining, ich habe zu der Zeit einfach mit den Mädels ein bisschen gekickt.
00:02:54: Es war aber ein sehr heißer Sommer.
00:02:56: Ich bin mehrfach aus den Latten gekippt und irgendwann war es dann so weit und es verlief sehr, sehr schnell, dass ich nicht mehr am normalen Leben teilhaben konnte.
00:03:09: Ich lag nur noch im Bett und hatte keine Kraft mehr aufzustehen.
00:03:13: Und dann sagte meine Mutter, Irgendwann zu mir, Jani, lass uns doch vor dem Wochenende jetzt mal noch checken, was du hast.
00:03:20: Nicht, dass du vielleicht doch ein Antibiotikum brauchst.
00:03:23: Weil meine Lymphknoten im Hals von Golfball groß waren, wahnsinnig vereitert.
00:03:28: Und ja, dann bin ich mit ihr zum Hausarzt und bin dann über ein, zwei Stationen in der Onkulobie gelandet.
00:03:42: Allerdings sind so nah.
00:03:44: In der Praxis, wo ich die Diagnose-Pfeife, das ich das Rüsenfieber bekommen habe.
00:03:50: Und innerlich war ich natürlich schon am Feiern, dass es keine Leukämie ist.
00:03:56: Und ich hatte damals wahnsinniges Glück, dass meine Hausärztin da so hinterher war und gesagt hat irgendwie, irgendwas stimmt hier nicht.
00:04:09: Und ja, dann bin ich in Die damalige Kinder- und Jugendankologie in Koblenz an einem Krankenhaus.
00:04:17: Ja, und dann hat man relativ schnell nach der Knochenmark-Stanze gesehen, ohne das Punkt hart einstecken zu müssen, dass mein komplettes Knochenmark verdrängt war von Loginizellen.
00:04:29: Hm, krass.
00:04:31: Wie lange hatte das denn dann gedauert mit der Diagnose?
00:04:34: Hat sich ja dann schon ganz schön gezogen,
00:04:35: ne?
00:04:35: Und
00:04:36: wie war das dann für dich und deine Familie?
00:04:38: Weil erst dachtet ihr ja doch ... Es ist nicht so schlimm.
00:04:42: und dann doch die doch sehr schwere Diagnose.
00:04:46: Also die Diagnose zog sich eigentlich nur so drei, vier Tage.
00:04:54: Aber
00:04:55: von Symptombeginn bis zur Diagnose waren es am Ende auch nur vielleicht zwei Wochen.
00:05:00: Also es verlief wirklich wahnsinnig was an sehr, sehr schnell und dafür aber auch sehr dramatisch, als ich kam.
00:05:08: Dann damals eben da auf die Kinderstation und mein damaliger Okologe sagte zu mir, okay, wir müssen sofort mit der Schäme anfangen.
00:05:16: Wir hatten das Ergebnis.
00:05:17: Noch nicht mal das Ergebnis eben von dem Pontat aus gießen, was eigentlich abgewartet wird.
00:05:22: Und ja, dann ist es okay.
00:05:25: Wir müssen jetzt anfangen, sonst wirst du vielleicht übermorgen nicht mehr leben.
00:05:29: Das ging ganz schnell.
00:05:31: Wie alt warst du damals?
00:05:34: Das war kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag, also sechzehn.
00:05:37: Also du warst dann eben auch noch auf der Kinderonkologie, ne?
00:05:42: Genau, das war mein großes Glück, dass ich da noch ein Plätzchen gefunden habe.
00:05:47: Und war das dann mit, ich weiß, ich glaube, ich weiß gar nicht genau, wie ist es dann mit sechzehn?
00:05:52: dürfen die Eltern noch dabei sein oder warst du dann auch schon auf dich alleine gestellt sozusagen im Krankenhaus?
00:06:02: Meine Eltern durften noch bei mir sein.
00:06:05: Dadurch eben, dass es eine Kinder- und Jugendonkologie war, war es einfach deutlich entspannter.
00:06:12: Und es gab nicht so extreme Regeln wie auf einer erwachsenen Onkologie quasi.
00:06:21: Welche Rolle hat denn deine Familie auch in dieser Zeit gespielt für dich?
00:06:27: Wahnsinnig wichtige.
00:06:28: Eigentlich waren die drei, also meine Eltern, mein Bruder, mein Anker, das ... Ich konnte ab einem gewissen Zeitpunkt während der Chemotherapie nicht mehr, und es gab für mich aber nie eine Option aufzugeben, weil ich gewusst habe, dass meine Familie noch mehr zerstört, wenn ich nicht mehr gab.
00:06:49: Und ja, eigentlich war das so mein Licht im Dunkeln, die drei.
00:06:56: Mhm,
00:06:57: sehr schön.
00:06:57: Das hat euch ... Tully gewohnt, dass
00:06:59: du noch
00:07:00: sehr viel enger zusammengeschweißt vermutlich, die Zeit, als Familie
00:07:04: auch.
00:07:05: Ja, absolut.
00:07:05: Und also, was war da genau?
00:07:08: Also, sie waren deine, deine, deine Anker, wie du schon gesagt hast, ne?
00:07:12: Das heißt, sie haben sich dann auch viel besucht die Zeit und ja, waren einfach dann auch an deiner Seite.
00:07:19: Genau.
00:07:20: Meine Eltern waren eigentlich vierundzwanzig sieben bei mir.
00:07:23: Sie haben sich abgewechselt und mal hat der eine bei mir geschlafen, mal hat der andere bei mir geschlafen.
00:07:30: Das wäre tatsächlich auch gar nicht anders möglich gewesen.
00:07:33: Weil ich sehr schnell in einem Zustand war, wo ich nichts mehr alleine konnte.
00:07:38: Ich konnte meinen Kopf nicht mehr alleine anheben, um zu erst brechen.
00:07:42: Ich konnte nicht mehr auf eine Klingelsrüppen, meine komplette Muskulatur war es zurückgebildet.
00:07:47: Ich habe für alles, also wirklich für jeden kleinsten Handgriff jemanden gebraucht.
00:07:51: Und es hätten die Schwestern auf Schlossung gar nicht leisten können.
00:07:54: Deswegen, meine Eltern, dann sind sie sieben bei mir waren.
00:07:59: Dein Bruder ist ja eigentlich jünger oder älter?
00:08:02: Mein Bruder ist älter, zwei Jahre älter.
00:08:05: Also die kleine Schwester.
00:08:08: Genau, ja.
00:08:10: Gab es denn auch Momente, in denen du das Gefühl
00:08:13: hattest,
00:08:14: stark sein zu müssen für deine Familie?
00:08:16: Du hattest es gerade schon...
00:08:18: Eigentlich war immer nur mein Gedanke, ich muss überleben, damit ich noch einen Platz in dieser Familie habe, also physisch.
00:08:28: Und das meine Eltern nicht, um ihr Kindstrauern müssen.
00:08:32: Ja.
00:08:34: Woher kam dieser ... Also auch schon dieses Gefühl oder dieser Gedanke, weil ich denk mir, mit sechzehn ist es schon so klar zu äußern, ist ja auch schon ... Ja, auch schon stark.
00:08:45: Also
00:08:45: ... Ich glaub, der
00:08:48: war
00:08:49: sofort in meinem Kopf, weil zwei Jahre zuvor mein Cousin-Tütlicher unglücklich ist mit achtzehn.
00:08:56: Und ... Ja, irgendwie hatte ich ihm direkt im Kopf und dachte, nee, Anna, du kannst jetzt nicht auch noch gehen.
00:09:04: Und dann gab es für mich keine andere Option als das irgendwie durchzustehen.
00:09:09: Hast du dir denn trotzdem manchmal so momentig, sag jetzt mal gegönt, doofes Wort, aber dass du halt dann doch mal einfach, naja, traurig sein konntest und das ist dir einfach auch schlecht ging?
00:09:21: So, denn das ist ja doch auch wichtig, ne?
00:09:23: Dass man nicht immer nur ... Absolut,
00:09:25: ja.
00:09:27: Es gab viele Momente, wo ich zugelassen habe, dass ich darüber traurig bin.
00:09:31: Und auch viele Momente, wo ich mir gedacht habe, warum legst du jetzt hier während deiner Freundin die Jungs kennenlernen?
00:09:37: Das ist die Jugend.
00:09:39: Die Mädels sind feiern gegangen, haben ihre ersten Erfahrungen gesammelt.
00:09:43: Und ich lag in der Klinik und wusste nicht, ob ich morgen früh wieder aufwache.
00:09:47: Und das macht natürlich viel mit einem.
00:09:51: Ja, klar, die Jugendzeit.
00:09:54: Eigentlich, da soll es richtig losgehen, ne?
00:09:57: Genau.
00:10:00: Du hattest auch eine lebensbedrohliche Situation, in der hat dir dein Vater dein Leben gerettet.
00:10:06: Magst du uns davon ein bisschen erzählen?
00:10:10: Ja, da werde ich heute tatsächlich immer noch so ein bisschen emotional, weil... Ist
00:10:15: auch völlig, völlig okay.
00:10:17: Ja.
00:10:20: Ich hatte während der Schlimm-Therakie, ich habe es ja eben schon einmal kurz angeschnitten, Ich habe sehr schnell, sehr viele Nebenwirkungen der Chemo mitgenommen.
00:10:33: So stark, dass ich, wie gesagt, irgendwann einfach nicht mehr alleine lehnesfähig war.
00:10:39: Ich konnte nichts mehr alleine und irgendwann war es dann so, dass ich, das müsste so im November, im Jahr two-tausend acht gewesen sein, Mitte Ende November.
00:10:54: dass ich vor Kollegen wirklich mich nur noch gefühlt grümmen wollte, obwohl ich es gar nicht mehr konnte und es mich wirklich richtig zerrissen hat.
00:11:07: Ich habe dann Morphine bekommen und irgendwann war es dann so, dass mein Vater nur kurz auf Toilette war und kam wieder und ich war nicht mehr im Atmen.
00:11:19: Ich hatte Insgesamt in der Chemotherapie zwei Atemstillständen, aber einer sehr so massiv in Folam gewesen sein muss, dass ich eine Nahtoderfahrung hatte.
00:11:31: Genau.
00:11:35: Das war schon zu der Zeit für mich irgendwie nicht kreisbar, als ich dann irgendwann wieder richtig bei Bewusstsein war und eben auch meinem Vater und ... meinem damaligen Onkologe von dieser Situation erzählt habe und ich selber wusste nicht, dass es eine Nahtot-Erfahrung war.
00:11:55: Ich dachte, es wäre ein Traum und mein Onkologe sagte damals schon zu meinem Papa, ihre Tochter hatte eine Nahtot-Erfahrung, die wird wahrscheinlich so lange weg gewesen sein.
00:12:05: Das ist sehr typisch, was sie berichtet eben für, ja, für Nahtot-Erfahrungen.
00:12:13: Wie können wir uns das vorstellen?
00:12:18: Ihr könnt euch das so vorstellen, dass Ich quasi wie über meinem Körper geschwebt habe.
00:12:24: Ich habe das Krankenzimmer gesehen, in dem ich lag.
00:12:29: Ich habe gesehen, was mit mir passiert, wer im Raum ist, was mein Vater macht.
00:12:38: Ich weiß noch, wer mit ihm in der Ecke stand und ihn beruhigt hat und wie die ganze Situation eben vonstatten ging.
00:12:45: Und irgendwann war ich dann wie in so einem ... wie in so einem endlosen Raum und vor mir stand mein Cousin, der zwei ja zuvor verstorben ist.
00:12:58: Und ja, denn ich kann mich nur noch daran erinnern, dass er zu mir sagte, ja, das ist zu früh und machte eben so eine Handbewegung nach vorne und irgendwann sehe ich mich wieder in diesem Zimmer, in diesem Bett liegen und Mein Papa wieder an meiner Seite und ich irgendwann wieder in meinem Körper sich habe.
00:13:24: richtig ich habe wirklich wie über mir geschwebt und irgendwann habe ich meinen Körper wieder gefühlt.
00:13:30: Es war das total surreal ist, weil man das so ja nie gekannt hat.
00:13:39: hat mein Orkolog eben damals erzählt, dass es nur eine Nahtoderfahrung gewesen sein kann, weil sowas kann man nicht träumen in so einer Situation, an der ich mich befand.
00:13:51: Was hat dieses Erlebnis mit dir und eurer Beziehung gemacht, also die Beziehung zwischen deinem Vater und dir?
00:13:59: Die Beziehung zu meinem Papa und mir ist deutlich enger geworden.
00:14:04: Wir haben wirklich einen Band, das glaube ich niemanden zertrennen kann.
00:14:09: Und
00:14:09: mit mir persönlich hat es gemacht, und das finde ich sehr schön im Marinein, dass ich absolut die Angst vor dem Tod verloren habe.
00:14:19: Ich habe keine Angst zu sterben, ich habe keine Angst, dass der Tod wehtut, weil das eben damals auch meine größte Befürchtung war.
00:14:27: Der Weg dahin mag vielleicht schmerzhaft sein, aber der Tod an sich ist für mich persönlich nach dieser Erfahrung das unheimlich friedvolles.
00:14:39: Und würdest du sagen, dass dieses Ereignis oder dieses Erlebnis dich quasi in die heutige Richtung, die du ja dann auch beruflich gegangen bist, gebracht hat?
00:14:50: Mit Sicherheit ein Stück, weißt du.
00:14:52: Ich muss jetzt so sagen, ich hatte nie vor, Krankenschleffe zu lernen.
00:14:57: Es war nie mein Klar A. Aber daraus hat sich es irgendwie dann so ergeben.
00:15:03: Ich war ja lange Zeit mich ... Nicht wirklich belastbar nach der Chemotherapie, dann habe ich erst mal eine Ausbildung zur Kaufräumeinzelhemde gemacht.
00:15:12: Ach!
00:15:13: Bei meiner Mama damals, um einfach die Zeit zu überbrücken, der ich nicht belastbar war, dann ist die eine Oma von mir krank geworden.
00:15:22: Und mein Papa meinte damals, Janie, werdet doch Krankenschwester.
00:15:26: Du machst das so toll mit der Oma, werdet doch Krankenschwester.
00:15:31: Und ja, dann habe ich die Ausbildung gemacht.
00:15:35: Ich wusste irgendwie immer, dass Palliativmedizin oder Palliativpflege viel mehr was zu mir passen würde.
00:15:42: Aber ich war viele, viele Jahre nicht bereit, weil ich mein eigenes Traum hatten.
00:15:46: Und heute muss ich sagen, immer wenn ich ins Hospiz gehe, merke ich einfach, dass das der Ort für mich ist.
00:15:59: Wahnsinn.
00:16:00: Weil ich da unheimlich viel ... geben kann, aber genauso viel im gleichen Zug auch zurückbekommen.
00:16:07: Ja, ich weiß im Moment auch gar nicht, was man sagen soll.
00:16:10: Das ist
00:16:10: Wahnsinn.
00:16:11: und wie sich das dann auch so fügt.
00:16:15: Man denkt ja irgendwie,
00:16:18: man
00:16:18: ist mit sechzehn, was wir eben auch gesagt haben, die Jugend, verbringst du eben in diesen Räumlichkeiten oder in diesen Komplex, sag ich jetzt mal so.
00:16:29: Und da will man ja eigentlich geführt nie wieder hin.
00:16:33: Und dann doch dann irgendwie so dieses wahrscheinlich auch dieses Helfer-Syndrom, also ich sag mal Syndrom jetzt in dem Sinne, also dann auch mit der Oma, dann sofort irgendwie dann, ja, ich bin da und das ist meine Berufung.
00:16:47: Und dann auch zu sagen, okay, ich mache das und gehe da auch wieder
00:16:53: zurück.
00:16:54: Ja, so ein bisschen auch so, als wäre das vielleicht, ich sag mal, der Sinn.
00:16:58: Dessen gewesen, was es erlebt.
00:17:01: Darin siehst du jetzt diese Aufgabe.
00:17:04: Kann ich mir so vorstellen.
00:17:07: Wie hat sich dein Blick aufs Leben nach der Erkrankung verändert?
00:17:11: Bisher hast du ja schon erzählt.
00:17:14: Ich bin dankbarer geworden, demütiger und dem Leben gegenüber.
00:17:21: Ich nehme nichts mehr als selbstverständlich, war er solch finde.
00:17:26: Es ist nicht selbstverständlich, dass wir morgens aufwachen und auf unseren eigenen Beinen stehen dürfen und zur Arbeit gehen dürfen.
00:17:34: Und es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir abends wieder gesund ins Bett gehen.
00:17:38: Und ja, ich reg mich manchmal nicht mehr wie früher irgendwie über die kleinsten Banalitäten auf, sondern denkt mir, mein Gott, es ist das jetzt wirklich weh.
00:17:54: sich fünf Minuten lieber irgendwas aufzuregen, was dich in fünf Jahren nicht mehr interessiert.
00:17:59: Und das ist, ja, man denkt einfach komplett anders.
00:18:09: Ich kann das unabhutzen, ich muss dich schmunzeln, weil das sind auch meine Worte immer gewesen.
00:18:15: Oder sind's immer noch, dass man eben auch im Freundeskreis oder so, man regt sich eben nicht über diese kleinen Dinge mehr auf, weil sie sind's einfach nicht wert.
00:18:26: Und ich find, wenn man sich dann mal so einen Moment über was aufregt, dass man sich dann selber wieder so schüttelt und denkt so, was soll das?
00:18:35: Das ist ja wirklich nur eine Kleinigkeit.
00:18:37: Und man hat so
00:18:38: viel erlebt und durchgestanden.
00:18:41: Genau, deswegen.
00:18:43: Man ist einfach dankbarer, demütiger.
00:18:45: Ich
00:18:45: glaube, das
00:18:46: ist so
00:18:48: vereint uns alle.
00:18:50: Ja, und das beeinflusst hat sich auch so ein paar meiner Entscheidungen.
00:18:54: Das merke ich immer wieder, wenn ich mich dann frage, ach, sollt's dir jetzt die Hunde abbuchen?
00:18:58: Dann denke ich mir mal, nee, komm, das ist doch zu teuer.
00:19:00: Und dann, ey, nicht mal Jana, ruft wirklich, ist zu arbeiten.
00:19:05: Ganz ehrlich, du weißt nicht, ob du fünf Jahre noch lebst, also mach doch jetzt die Reise, sorg für schöne Erinnerungen.
00:19:12: Mach's so lang, du kannst, lebst so lang, du kannst,
00:19:14: ne?
00:19:16: Na ja, total.
00:19:21: Was bedeutet bewusster Leben für dich und deine Familie heute?
00:19:24: Hast du ja jetzt eigentlich auch schon ein bisschen mit erzählt, aber vielleicht noch mal ein bisschen genauer?
00:19:29: Vielleicht für deine Familie, ob die das eben auch
00:19:34: so sehen.
00:19:35: Ja, ob es auch deine Familie verändert hat.
00:19:39: Also ich glaube, es lässt uns alle Kleinigkeiten einfach nochmal mehr schätzen, diese Erfahrung.
00:19:51: Und es hat uns allen gezeigt, wie unfassbar wichtig es ist, zusammenzuhalten.
00:19:58: Und dieser Zusammenhalt ist heute einfach noch was total Schönes, was man auch so richtig spürt, wenn wir im Raum sind.
00:20:07: Man hat was zusammen erlebt, was einen eigentlich auch hätte trennen können.
00:20:12: Und dass man dann zum Beispiel an Weihnachten noch zusammen am Tisch sitzt, hat nicht dann auch irgendwann denken lassen, okay, die besten Geschenke sitzen mit am Tisch und liegen nicht unter dem Baum.
00:20:24: Das sind wir wieder bei den Dingen, die nicht selbstverständlich sind.
00:20:29: Und es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine Familie haben, dass wir gesund zusammensitzen.
00:20:36: Das alles ist nicht selbstverständlich.
00:20:39: Und ja, ich glaube, es ist so eine allgemeine Dankbarkeit, die wir alle gemeinsam fühlen.
00:20:45: Ja, sehr schön.
00:20:47: Und vor allem ist es auch die Konstellation, die ihr jetzt auch habt, ist ja auch nicht selbstverständlich heutzutage, also auch gerade in den Familien.
00:20:56: Und da wäre jetzt zum Beispiel auch noch meine Frage.
00:21:00: Seid ihr denn Alle noch in einer Gegend oder seid ihr schon verteilt sozusagen?
00:21:08: Seht ihr euch regelmäßig oder ist es wirklich eben zu Feierlichkeiten?
00:21:14: Also bis letztes Jahr habe ich in der Frankfurter Ecke gewohnt, also so Richtung Wiesbaden.
00:21:22: Ja.
00:21:23: Und da haben wir uns nicht so oft gesehen, einfach weil ich ja weit weg war in Schichtdiensten.
00:21:30: Ja, dann kommt es eben manchmal dazu, dass man sich zwei, drei Wochen durchfieht.
00:21:34: Und mittlerweile ist es so, dass wir eigentlich alle relativ nah beieinander wohnen.
00:21:39: Also meine Eltern sind zwar noch im Ahrtal, aber mein Bruder zum Beispiel wohnt zehn Minuten von mehr entfernt und ja, wir sind immer schnell da, wenn irgendwas ist.
00:21:52: Aber wie ist die ... Beziehung zwischen euch beiden als Bruder und Schwester ist ja auch dann immer ganz interessant, gerade im Alter sozusagen.
00:22:02: Wir haben eine sehr, sehr enge Verbindung.
00:22:06: Mein Bruder und ich sind irgendwie auch beste Freunde.
00:22:11: Schön.
00:22:11: Es passt kein Blatt Papier zwischen uns.
00:22:14: Er kennt mich auch in und auswindig.
00:22:16: Ich muss nur die Tür reinkommen und er sieht mich schon eigentlich an, wie es mir geht.
00:22:21: Ähm, und wenn ich irgendwas hab, was mich zum Beispiel belastet, ist er die erste Anlaufstelle von mich.
00:22:27: Sehr schön.
00:22:29: Ach, Mann.
00:22:30: Da kommen gar nicht die Tränen.
00:22:32: Sehr schön, weil, ähm, ja, das ist gerade auch zwischen Geschwistern, ist das ...
00:22:38: Ja, das ist auch ein Geschenk, dass man so die Zeit zusammen verbringen
00:22:42: kann.
00:22:43: Ja.
00:22:44: Heute arbeitest du ja an einen
00:22:46: Hospiz.
00:22:46: Ähm,
00:22:47: wie bist du denn dazu gekommen?
00:22:51: Ich hab ... Ja, immer schon den Gedanken gehabt, dass ich eben krankerischer geworden bin, dass ich glaube, in der Palliativmedizin einfach das meiste geben kann.
00:23:04: Und hab eben lange Zeit für mich aber gewusst, dass es noch nicht der Ort ist, wo ich sein kann.
00:23:16: Einfach, weil für mich noch zu viel präsent war aus meiner eigenen Erkrankungszeit.
00:23:25: Ich habe dann viele Jahre in der Zeitarbeit gearbeitet, sehr bewusst dort gearbeitet.
00:23:30: und in der Zeitarbeit ist es so, dass du auf allen unterschiedlichen Stationen arbeitest.
00:23:37: Und genau, da bin ich dann häufig auch auf Palliativstationen so eingesetzt worden.
00:23:43: und ja, dann habe ich irgendwann gedacht, so, wenn ich jetzt wieder zurück in meine Heimat ziehe, dann gehe ich entweder jetzt den Schritt oder wahrscheinlich gar nicht mehr.
00:23:55: Und für mich war dann ganz klar, okay, ich bewerb mich nur auf Palliativstützung und in Hospizen.
00:24:01: Und da meint es, es ist dann eben Hospiz geworden.
00:24:04: Ja.
00:24:05: Aber vielleicht kannst du uns da noch mal vielleicht auch ein bisschen mitnehmen oder vielleicht ist es ja dann auch was anderes, wenn man auch eine Ausbildung davon hat.
00:24:13: Also, weil Katrin und ich hatten ja auch mal überlegt, sozusagen uns ehrenamtlich im Hospiz zu bewerben, um einfach auch für unsere Arbeit da vielleicht auch noch was hinzunehmen.
00:24:29: Ein bisschen
00:24:30: Handwerk, sag
00:24:31: ich jetzt mal so.
00:24:32: Ja, das Handwerk zu lernen und auch die Unterstützung, die wir ja geben wollen, so ein bisschen zu intensivieren, auch gerade im Hospiz, wo man weiß, das ist halt.
00:24:44: Und da war es aber dann so gewesen, dass Sie auch gesagt haben, Du hast ja gewisse Voraussetzungen.
00:24:50: Also die waren ja schon sehr... Ich glaube, die waren schon so geschickt.
00:24:54: Man durfte irgendwie kein Todesfall haben in den letzten anderthalb Jahren.
00:24:58: Wie war das denn?
00:24:59: Weil das hatte ich mir auch gerade so gedacht.
00:25:02: Wie war es denn in dein Fall?
00:25:03: Du bist ja... Kommst selbst aus der Betroffenheit.
00:25:07: Klar, du hast dann die Ausbildung gemacht.
00:25:10: Es ist dann vorausgesetzt, du bist dafür geeignet und du kannst dich darauf bewerben.
00:25:14: Oder muss man da selber dann auch, wenn man sozusagen Ausbildung hat, dann irgendwie auch noch mal intern ... Ich sag jetzt mal, wie ... Kannst du das überhaupt ausüben, zwecks deiner eigenen Erfahrung?
00:25:26: Also, das war eigentlich
00:25:30: nie ein Thema.
00:25:31: Ich weiß, dass es bei Ehrenamtlichen so ist, dass man eben, wie du auch eben angeschnitten hast, kein Truls fangen.
00:25:37: letzten, weiß ich nicht, wie vielen Monaten haben darf.
00:25:40: Das war bei mir nicht der Fall.
00:25:42: Und es kam auch bei meiner Leitung damals sehr positiv an, dass, ja, das eben eine Ehemalserkrankte, die sich auch mal in einer sehr schwierigen Situation befand, eben bewusst, ja, bewusst den Weg in einen Hospiz findet.
00:26:05: Genau, also es war für mich eigentlich nie ein Problem.
00:26:08: Okay.
00:26:09: Ich hab gleich zwei Fragen.
00:26:11: Und zwar, gibt es denn ehrenamtliche auch bei dir in dem Hospiz?
00:26:16: Ja, gibt es.
00:26:17: Ja, okay.
00:26:18: Und erzähl doch vielleicht noch mal ein bisschen genauer, was macht die Arbeit so besonders?
00:26:22: Und was unterscheidet das halt?
00:26:24: auch noch mal, ich denke mir, die Intensivität auch zwischen Krankenschwester auf anderen Stationen und halt der Hospizarbeit?
00:26:36: Das Hospiz.
00:26:37: unterscheidet sich in vielen Faktoren, würde ich sagen.
00:26:44: Es ist zum einen, dass es ein Ort ist, an dem keine Hektik herrscht.
00:26:49: Es ist nicht wie auf Station, dass du wirklich von A nach B renn musst und keine Zeit für irgendwas hast und darunter am Ende dann auch irgendwo die Menschlichkeit so ein bisschen leidet.
00:27:04: Wir haben deutlich mehr Zeit für unsere Gäste, also die Patienten heißen wir uns Gäste.
00:27:10: Genau.
00:27:11: Und ja, wir können dadurch, dass wir mehr Zeit haben, einfach viel individueller pflegen.
00:27:20: Und ich finde, es ist ein wahnsinnig schöner Ort in der heutigen Pflegewelt, den man finden kann.
00:27:29: Wichtig ist nur wirklich, dass man sich vorab bewusst macht, dass es eben der Ort ist, an dem eigentlich niemand mehr laufen draus geht.
00:27:40: Das muss man schon auch mental können.
00:27:44: Und wie machst du
00:27:45: das?
00:27:46: Entschuldige.
00:27:47: Aber das stelle ich mir auch so schwer vor.
00:27:48: Das
00:27:49: wäre auch so eine
00:27:49: Frage.
00:27:49: Du bist ja auch eine ganz liebe, empathische Frau und du wirst wahrscheinlich die Gäste auch ins Herz schließen und das stelle ich mir sehr schwer vor.
00:28:01: Total.
00:28:03: Es gibt immer wieder Menschen, die bei uns einziehen, wo man von Anfang an eine ganz spezielle und besondere Beziehung hat.
00:28:12: Und dann ist egal, wie lange die Leute bei uns liegen.
00:28:16: Das können zwei Wochen sein, es können aber auch fünf Monate sein.
00:28:23: Und manchmal ist man auch nach zwei Wochen unfassbar traurig, wenn jemand geht aufgrund eben dieser Bindung.
00:28:33: In den meisten Fällen ist es so, dass ich für mich weiß, die Person kommt zu uns, um in ihrem letzten Weg anzutreten.
00:28:46: Und das lässt mich schon ein Stück weit neutraler auf diese Sicht, auf diese Situation blicken und holt mich dann aus meiner eigenen Emotionalität so ein bisschen raus.
00:29:03: Wahnsinn.
00:29:03: Also vielleicht können wir da noch mal kurz ... Wir hatten schon mal ein bisschen andere ... Welche Rolle spielen deine eigenen Erfahrungen dabei auch, also andere Menschen zu begleiten?
00:29:13: Es wäre so die eine Frage.
00:29:15: Und dann ist eben auch so ... Die zweite Frage, die ich mir auch immer stelle, was du jetzt immer auch gesagt hast, das sind zwei Wochen, manchmal auch fünf Monate.
00:29:24: Aber du kommst ja dann morgens vielleicht auch zur Arbeit.
00:29:30: Und weißt vielleicht, okay ... Der Gast in diesem Zimmer ist vielleicht dann nicht mehr da, wie du auch selber damit dann auch umgehst, auch durch deine eigene Erfahrung.
00:29:44: Also dafür, also mir fällt hier so vielleicht eine Anekdote ein.
00:29:50: Es war keine zwei Wochen in Mospitz, da kam die Tochter einer Gästin zu mir und sagte, Jana, sie sind irgendwie anders.
00:30:01: Und ich habe das lange nicht verstanden.
00:30:03: Und ich habe in der Situation selber da aber auch gar nicht nachgeforscht und es erfragt, weil sie gerade ihre Mutter verloren hat.
00:30:11: Und sie kamen entverlauft und irgendwann nochmal zu uns, hat uns ein kleines Dankeschön präsent vorbeigebracht.
00:30:18: Und dann habe ich sie nochmal gefragt, wie sie das meint.
00:30:21: Und dann hat sie zu mir gesagt, dass sie fühlt, dass, also wenn, als ich eben ihre Mutter versorgt habe und sie gesehen und eben auch bespürt hat, wie ich sie versorgt habe, dass da mal irgendwas bei mir gewesen sein muss, dass ich weiß, wie es ist, in so eine Dettzulegen.
00:30:41: Und ich erzähle niemandem unserer Gäste, was in meinem Leben passiert ist.
00:30:47: Also, dass ich auch eben halt schwer erkrankt war.
00:30:50: Aber in dem Moment habe ich dann gesagt, ja, Sie haben Recht.
00:30:54: Und dann hat sie mich nur gedrückt und ... Hat denen gesagt, dass sie das von Anfang an gespürt hat und es hat eine so unfassbar viel Liebe gegeben, weil ich dachte, okay, du bist hier wirklich am richtigen Ort.
00:31:09: Du erzählst nichts darüber und dennoch merken die Menschen, dass du weißt, wie es ist, durch fremde Hände versorgt zu werden.
00:31:18: Und ich, ähm, jetzt greife ich vielleicht eure zweite Frage auf.
00:31:23: Ist es manchmal ... schon schwierig irgendwie ins Hospiz zu kommen, dann kriegt man die Nachricht, Gast so und so ist verstorben, wenn man eben zum Beispiel eine Rebellion hatte.
00:31:39: Aber ich finde es unheimlich wichtig, sich davon nicht so einnehmen zu lassen von dieser Traurigkeit, weil am Ende ist es auch nur Profession, die ich gegen.
00:31:52: ausführe.
00:31:53: Ja, es ist ein Beruf, den ich zwar aus Berufung mache, dennoch muss man sich da ein bisschen abkackseln, um eben mich nach kurzer Zeit selbst daran zu zerbrechen.
00:32:05: Das ist ganz,
00:32:06: ganz wichtig.
00:32:07: Und
00:32:08: es beeinfüsst mich in meiner Arbeit, würde ich sagen.
00:32:14: Ja, es begleitet mich.
00:32:15: Es beeinfüsst mich nicht, es begleitet mich.
00:32:17: Und ich habe immer wieder im Kopf Jana denkt ihr, Einfach nur, wie möchtest du versorgt werden, wenn du jetzt wieder in der Situation wärst oder wenn du eben in der Situation wärst, ein Palliativpatient zu sein?
00:32:33: Was würdest du dir wünschen, wie mit dir umgegangen wird?
00:32:37: Und dass, ja, die Frage beantwortet sich in den Setting, denn eigentlich für mich immer sehr, sehr schnell, wenn ich möge, die Fragestelle, dann weiß ich sofort, okay.
00:32:48: Ich glaube, das oder das wird jetzt gebraucht.
00:32:50: Das spürt man einfach.
00:32:51: Das kann man manchmal gar nicht
00:32:53: so
00:32:54: prägnant nennen.
00:32:55: So schön.
00:32:56: Und ich habe gerade gedacht, weil die Angehörige das gespürt hat, wie sehr spüren das dann die Gäste?
00:33:03: Ja.
00:33:03: Also, die werden das hundertprozentig spüren, dass du da einfach auch die Richtige dafür bist und die letzten Schritte sozusagen, den letzten Weg, wie besonders machst.
00:33:18: Ja, auch wenn es für viele so ein schwerer Ort ist, das Hospiz, ist es für mich eigentlich ein sehr leichter Ort, weil ich dort so pflegen kann, wie ich pflegen möchte, und zwar mit Menschlichkeiten, Ruhe, mit Empathie, mit Liebe.
00:33:36: und die Art und Weise, wie unsere Gäste dort Dankbarkeit zeigen, auch wenn sie es zum Beispiel nicht mehr verbalisieren können.
00:33:47: Gibt mir so unfassbar viel zurück, dass ich immer wieder denke, auch wenn die Pflege ein unfassbar schwieriger Job ist.
00:33:56: Der Faspiz ist ein Ort, wo es sich lohnt, diesen Job auszuführen.
00:34:00: Und wo es eben nicht nur ein Job ist, sondern muss eigentlich ja nur Leute hintreiben, die diesen Beruf aus Berufung aussehen.
00:34:07: Ja,
00:34:08: schon gesagt.
00:34:10: Bevor du, glaube ich, ich hätte auch noch ein, zwei Fragen.
00:34:14: Zum einen, wie ist die Situation, wenn auch jüngere Gäste bei dir sind.
00:34:21: Das war zum einen.
00:34:23: Und dann ist eben auch die Frage, wie werdet ihr denn aufgefangen?
00:34:28: Also gibt es da für euch auch irgendwie, bist du auch in psychologischer Betreuung oder wie werdet ihr da unterstützt?
00:34:40: Wenn wir jüngere Gäste haben, Das ist immer gefühlt eine Sonder-Situation.
00:34:46: Man atmet vorher schon einmal tief durch, wenn man weiß, okay, man bekommt das Aufnahme.
00:34:51: Eine junge Frau, die drei, vier Jahre älter ist, hat sich das, ähm, lässt einen dann wieder sehr, sehr klein werden.
00:34:59: Irgendwann denkt wirklich, okay, mein Gott, du könntest wirklich, du könntest auch in dieser Haut stecken.
00:35:07: Und, ähm, das nimmt einen schon ein bisschen mehr mit, würde ich sagen.
00:35:13: Ähm.
00:35:15: Aber auch da versuche ich nicht damit, meinen eigenen Gedanken wieder in die Situation zu manövrieren, dass ich denke, ja, das ist dein Beruf, versorgt die Frau möglichst, so wie du auch versorgt werden möchtest.
00:35:32: Und wenn man aus so einer Situation, aus so einer Pflege etwas mit nach Hause nehmen sollte, dann haben wir tatsächlich keinen Psychologen im Haus.
00:35:44: was ich sehr gerade finde.
00:35:47: Aber es gibt immer die Möglichkeit, dann die Leitung anzusprechen.
00:35:51: und mich hatte vor einigen Wochen auch einen Fall, der mich sehr, sehr mitgenommen hat, wo eine sehr tragische Notfallsituation nachts passiert ist und da habe ich dann eine einzige Supervision zugemacht.
00:36:09: Einfach, dass ich das für mich noch mal ein Stück weit aufarbeiten kann.
00:36:13: Genau.
00:36:13: Und Principiel, was hilft, ist reden, reden, reden.
00:36:18: Oder manchmal vielleicht auch gar nicht reden, sondern für mich dann auch einfach Musik machen, mich in eine andere Welt flüchten, genau.
00:36:31: Und untereinander mit den Kollegen und Kolleginnen ist da oft noch ein intensiver Austausch, als wenn es jetzt auf einer anderen Station wäre?
00:36:39: Ja, es ist definitiv ein intensiver Austausch.
00:36:43: Wir sprechen schon viel in den Übergaben, in den Dienstübergaben miteinander.
00:36:48: Aber wenn wir eben einen Fall mit nach Hause nehmen, dann haben wir auch am nächsten Tag auf jeden Fall jemanden auf der Arbeit mit denen wir uns unterhalten können.
00:36:59: Also werdet ihr auf jeden Fall auch aufgefangen und seid dann nicht allein?
00:37:03: Ja, wir fangen uns gegenseitig auf, würde ich sagen.
00:37:08: Okay, ich glaube, wir werden ein bisschen diese Spitzzeit.
00:37:13: Was heißt verlassen, aber ... Danke, dass du uns da auch so mit genommen hast.
00:37:18: Ja, total.
00:37:19: Das ist für uns ein ganz interessantes Thema.
00:37:21: Ich glaub, für viele andere auch.
00:37:23: Weil der hat auch immer so ein bisschen ... Und man hat da selber
00:37:27: ja
00:37:28: Berührungsangst, würd ich sagen.
00:37:31: Ja,
00:37:31: viele Berührungsängste.
00:37:33: Man möchte da weder jemanden sozusagen besuchen, noch natürlich selber.
00:37:38: Einziehen.
00:37:39: Einziehen.
00:37:40: Daher ...
00:37:43: Aber trotzdem eben auch eine so, so, so wichtige Sache.
00:37:48: und schön, dass es euch da auch
00:37:50: gibt,
00:37:52: die, wie gesagt, da an der Seite sind, bis zum letzten Abend zu gehen.
00:37:56: Und am Ende muss ich noch kurz hinzufügen.
00:38:00: Im Haus Piz zu arbeiten ist wirklich sehr, sehr besonders, aber wir lachen auch uns auch viel.
00:38:07: Also Humor steht bei uns an der Tagesordnung und auch unsere Gäste lachen sehr viel und es gibt durchaus super viele leichte Zeiten.
00:38:16: Ich glaube, diese Indien muss man sich auch schaffen, weil es sonst einfach zu schwer wird.
00:38:20: Total.
00:38:20: Aber das ist ja auch, was wir ja auch, ich weiß nicht, wie es bei dir war, du warst ja auch ein bisschen jünger gewesen, aber bei uns ja eben auch, das ist ja eben auch immer noch was anderes.
00:38:29: Ich sag jetzt mal Onkologie.
00:38:31: und ein anderer Bereich sozusagen.
00:38:35: Also ich glaube so viel wie auch in der Onkologie mit Geigenhumor und so.
00:38:40: Und das ist
00:38:42: auf jeden Fall nicht.
00:38:44: Ich glaube auch ja dann, dass was da alles rumgeflogen ist an Wörtern und aber das... Muss man eben auch, ne?
00:38:51: Also, das ist ja dann auch schön, dass man dadurch auch ein bisschen Leichtigkeit
00:38:55: bekommt.
00:38:56: Genau, und das nimmt so ein bisschen den Schrecken dann, ne?
00:38:58: Ja, so ein ganzen Thema.
00:39:00: Und was aber nochmal abschließen kurz, was wir eben auch hatten mit der Bekannten, wie gesagt, die auch im Hospiz tätig war, was sie eben auch dann uns ein, zwei Geschichten erzählt hat, dass die ja die Gäste sozusagen dann auch nochmal... Wenn sie eingezogen sind, dann, ich sag mal, in diesem Zustand kam, wo man vielleicht gedacht hat, okay, vielleicht noch ein, zwei Wochen.
00:39:21: Aber
00:39:23: dann irgendwie total aufgeblüht sind und dann gefühlt, wo jeder gedacht hat, okay, sie ziehen jetzt gleich wieder aus.
00:39:29: Also, sie laufen raus.
00:39:32: Und das war irgendwie, hat sie auch gesagt, total schön zu sehen, dass mit ihrer ... Arbeit, also ich glaub, sie ist dann auch hingegangen, hat mit ihnen genäht oder so.
00:39:41: Also sie hat dann so, und dann kamen und jemand, die hat mit ihnen Musik gemacht.
00:39:45: Und dann sind die alle noch mal so
00:39:48: aufgeblüht,
00:39:49: ja?
00:39:49: Und das war eben auch total schön, wo sie das irgendwie so erzählt hat,
00:39:52: ne?
00:39:53: Ja, auf jeden Fall.
00:39:55: Und auch interessant, weil, wie du auch sagtest, manche sind ja vielleicht auch ein paar Monate da.
00:40:00: Das heißt, es ist ja nicht, nicht, dass alle, dass es allen schon ganz, ganz schlecht geht, ne?
00:40:06: Denk ich.
00:40:06: Nee.
00:40:09: Viele ziehen bei uns ein, wenn es ihnen noch sehr gut geht.
00:40:11: Aber wenn eben die palliative Diagnose steht und man weiß, man kann chemotherapeutisch oder auch mit Bestrahlungstherapien nichts mehr machen.
00:40:23: Aber es ist, wie du sagtest, Enke, viele Brünen total auf und die kommen vielleicht liegen zu uns und laufen nach drei Wochen wieder und setzen dann bastelnd im Wintergarten.
00:40:35: So heißt unser Gemeinschaftsraum für die Gäste.
00:40:38: Ja.
00:40:38: Und es ist total schön zu sehen, dass viele sich auch gerade mit dieser Sicherheit, die sie bei uns fühlen, dass sie ja so wieder, so kurz, so ein bisschen wieder ins Leben finden.
00:40:51: Und ein, ja,
00:40:52: aber
00:40:53: man kann eben auch dann nicht vermeiden, dass es irgendwann wieder schlechter wird.
00:40:57: Ja.
00:41:00: Lass uns doch
00:41:00: nochmal Wieder zu dir zurückkommen.
00:41:04: Im Jahr zwei Tausend Achtzehn kam ja dann noch immer eine schwere Erkrankung, was dafür so geführt hat, dass du deine Stimme verloren hast.
00:41:14: Und du hast ja auch, soweit ich weiß, gern gesungen.
00:41:18: Musik war sehr wichtig für dich.
00:41:19: Ist es immer noch?
00:41:21: Kannst du uns dazu ein bisschen was erzählen?
00:41:25: Das war tatsächlich zwei Tausend Siegzehn im Oktober.
00:41:29: Genau, das werde ich auch niemals vergessen.
00:41:32: Ich habe damals in der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege gearbeitet und war eine Eins-zu-eins-Betreuung bei einem ALS-Patienten und war krank.
00:41:44: Also ich hatte einen krimpalen Infekt, davon gehen wir aus und bin aber dann weiter arbeiten gegangen natürlich mit einem gewissen Schutz für meinen Patienten.
00:41:55: Das war alles abgesprochen, auch alles ok so.
00:41:58: Und bin dann aber nach mehreren Tagen irgendwann wirklich gefühlt mit Fieber zusammengebrochen, sodass ich dann auch zu Hause geblieben bin.
00:42:08: Und normalerweise wäre ich damals zu meiner normalen Hausärztin gefahren, war aber körperlich schon in einer Verfassung, die jenseits von gut und böse war, sodass ich dann vor Ort bei einem Hausarzt war.
00:42:23: Und auch da habe ich wieder eine Fehldiagnose bekommen, der sagte prinzipiell, inhalieren Sie und ruhen sie sich aus.
00:42:33: Der Standardspruch bei Erkältem und Kuh.
00:42:36: Und dann irgendwann gleich zu Hause und habe gemerkt, ich kann nicht mehr flach liegen.
00:42:42: Dann habe ich den Kissen drunter gelegt und das ging dann auch irgendwann nicht mehr.
00:42:46: Ich merkte sie mir irgendwann wirklich im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg blieb.
00:42:53: Mein Partner fasste mich an der Schulter an damals und hatte gefühlt Knisterpapier in der Hand.
00:43:01: Und da wusste ich, okay, jetzt ist irgendwas hier wirklich richtig, richtig verkehrt.
00:43:07: Und komisch war, ich hab direkt eine Kliniktasche gepackt, weil mein Bauchgefühl war, hier ist richtig die Kacke am Dampfen auf gut Deutsch gesagt.
00:43:18: Und dann hat mein damaliger Partner mich zu meiner Hausärztin gefahren und wir kamen da an und ich war schon nicht mal bei gewusst sein, weil meine Sauerstückssättigung so schlecht war.
00:43:28: Dann bin ich ins Krankenhaus und bin dann über Umwege nach Koblenz, auch wieder in mein damaliges Ausbildungskrankemaus, das sich eingeliefert worden.
00:43:41: Und dann wurden mir Optionen eröffnet und eine Verdachtsdiagnose geäußert, die sich dann tatsächlich am Ende auch bestätigt hat.
00:43:51: Das war ein sehr, ja, eigentlich ein eher selten vorkommendes Krankheitsbild.
00:43:55: Negrotisierende Phasiitis nennt sich das.
00:43:59: Also mein Gewebe, mein Weichteilgewebe ist quasi abgestorben im Rumpfbereich.
00:44:05: Es geht tatsächlich meistens letal, also tödlich aus.
00:44:09: Und dann hatte ich eine Notopie und bin auf der Intensivspitze und wach geworden und konnte nicht mehr sprechen.
00:44:18: Und dann dachte man erst, okay, der Stimmnerv ist super sensibel.
00:44:23: Vielleicht musste er sich einfach ein bisschen erholen, weil es ein Großopie war.
00:44:28: Ich dreh' nahe so ein, liegen hatte und dann erholte sich das aber mich.
00:44:33: Zwar ging Woche um Woche um Woche viel Cortison genommen und es wurde nicht besser.
00:44:39: Und dann stand irgendwann eben die Diagnose, dass ich eine Rikorenskawese habe, sodass mein Stimmnerv gelähnt ist.
00:44:47: Krass.
00:44:47: Genau.
00:44:48: Ja.
00:44:49: Aber deswegen
00:44:51: ist es jetzt auch immer noch, weil du immer so ein bisschen heiser sprichst.
00:44:53: Also ist das denn so?
00:44:56: Ja, genau.
00:44:57: Also meine Stimme verändert sich am Tag, gefühlt, fünfzehnmal.
00:45:01: Ach krass, okay.
00:45:02: Ich kann morgens aufwachen und die Stimme ist total glatt und ich höre mich total smooth an und dreist und gut später klinge ich, jetzt hätte ich drei Tage durchgesauten.
00:45:14: Das kann ich eben nicht planen.
00:45:16: Ich kann meine Stimme nicht mehr planen und deswegen ist es eben auch so schwierig mit dem Musikmachen, mit dem Singen, weil ich ja eben nicht mehr planen kann, wie meine Stimme heute oder morgen ist.
00:45:27: Und also die Stimme war ganz weg und dann haben sie rausgefunden, was es genau ist, und dann konnte dir dann aber geholfen werden.
00:45:36: Genau, ich war dann lange Zeit in Therapie bei einer Stimmheilpädagogin im Knoll und die hat es dann nach einem guten halben Jahr geschafft, das erste Töne aus in der rausgekommen ist und halbes Jahr nicht sprechen können.
00:45:48: und dann ging das so sukzessive Berg auf und ... Ja, mittlerweile klappt es ja auch sogar temporär wieder mit den Singen.
00:45:55: Gott sei Dank.
00:45:56: Ja, das ist echt schön.
00:45:57: So
00:45:57: kommen wir ja noch mal später, noch mal kurz intensiver eingehen.
00:46:02: Auch noch zwei Fragen.
00:46:04: Zum einen kann man jetzt sagen, dass es eine Nebenwirkung von der Leukämie oder von der Therapie von damals ist oder ist es unabhängig?
00:46:16: Also mein HNO sagt, dass es eigentlich unabhängig davon ist.
00:46:24: Ich bin mir da nicht zu hundertprozent sicher.
00:46:26: Ich höre erst mal natürlich auf den Mediziner, aber es ist tatsächlich Fakt, dass ich seit der Chemotherapie deutlich vergiehler bin und mein Körper einfach scheinbar infekte liebt.
00:46:42: Das heißt also, meine Nähsystemskonzipie ist kein schlechtes, aber ich ziehe komischerweise sehr verrückte Krankheitsbilder an.
00:46:51: Ja.
00:46:55: Daher die Frage nach diesen ganzen Hoch- und Abs.
00:46:59: Was gibt dir denn Kraft, um im Hier und Jetzt zu leben?
00:47:05: Definitiv meine Familie, meine Hand voll Freunde und die Musik.
00:47:14: Definitiv die Musik.
00:47:15: Die Musik ist, glaube ich, mit meinen Liebsten Menschen das, was nicht immer getragen hat, also durch diese schweren Zeit getragen hat.
00:47:28: Was hat dir geholfen, die sogenannten Steine im Rucksack in etwas Neues zu verwandeln?
00:47:33: Das ist ja auch ein sehr schönes Bild.
00:47:36: Steine im Rucksack, jeder hat ja so sein Päckchen, seinen Rucksack zu tragen.
00:47:40: Vielleicht kannst du uns da noch ein bisschen und auch alle anderen motivieren, wie du das machst nach
00:47:49: doch den
00:47:50: ganz anstrengenden Zeiten.
00:47:53: Ich habe nach dem, was mit meiner Stimme passiert ist, eine Therapie gemacht.
00:47:58: Und in der Therapie gemerkt, dass ich diese ganze Leukämie und alles, was damit einher ging, überhaupt nicht verarbeitet habe.
00:48:06: Der Rucksack wurde wirklich irgendwann so schwer, dass ich hinten übergekippt bin und dachte, okay, ich weiß nicht, wie ich hier rauskomme.
00:48:14: Das Gefühl, ich komme gar nicht mehr hier raus.
00:48:16: Und irgendwie war alles zu schwer.
00:48:19: Mir war das Leben zu schwer.
00:48:21: Und dann habe ich diese Therapie gemacht und bin da sehr gestärkt rausgegangen und habe gedacht, du hast immer noch Stein in deinem Rucksack, aber auch aus Stein kann man am Ende was Schönes bauen.
00:48:35: Und irgendwie hat es wie Klick gemacht in meinem Kopf.
00:48:39: und ja, seitdem fällt es mir deutlich einfacher, nicht nur positiv zu denken, sondern auch einfach positiv zu sein und positiv zu fühlen.
00:48:50: Ich denke mir, egal, was irgendwie kommt, ich habe so viel in meinem Leben geschafft, doch so viele Dinge, die man von außen gar nicht sieht.
00:48:57: Ja.
00:48:59: Dass ich auch aus Dingen, die man mir in den Weg räumen würde, immer noch irgendwas Schönes bauen könnte.
00:49:07: Wahnsinn.
00:49:09: Ja, ein ganz tolles Bild, finde ich.
00:49:11: Ja, total.
00:49:12: Und ich
00:49:12: habe mir irgendwie auch so gedacht.
00:49:15: Du warst so jung.
00:49:16: Ja, ich meine, du bist immer noch jung.
00:49:19: Danke.
00:49:20: Also, wie du es ihnen auch gesagt hast, was du alles auch erlebt
00:49:24: hast
00:49:26: in diesen jungen Jahren.
00:49:27: Und deswegen Hut ab auch.
00:49:31: Also, wenn du sagst zum Beispiel auch diesen Weg, also ich meine mal, wann hast du die Therapie gemacht?
00:49:37: wahrscheinlich Mitte zwanzig?
00:49:41: Ja, es war zwei Tausend Achtzehn, also jetzt gute.
00:49:44: Sieben Jahre her, ne?
00:49:45: Ja, eine zwanzig.
00:49:47: Also, wo man ja auch denkt so, ja, Mitte zwanzig.
00:49:50: Ja.
00:49:50: Wenn man dann, also zurück, also ich sag ja auch immer, wie viel kann ein Mensch irgendwie ertragen und man wächst ja irgendwie leider auch an den nicht so schönen Situationen,
00:50:01: ja.
00:50:02: Aber
00:50:04: immer wieder beeindruckend, wie für positive, positives, dass du da mit rausnimmst, also
00:50:10: und
00:50:11: da dein Weg.
00:50:13: mit deinem Rucksack, auch wenn schwere Steine drin sind sozusagen.
00:50:18: Er gießt also.
00:50:22: Ja, ich denke mir immer, man kann nicht Positives erraten, wenn man negativ denkt.
00:50:27: Und es macht eine Situation nicht besser, wenn man dauerhaft den Kopf in den Sand steckt.
00:50:34: Auch ich bin oft traurig darüber, dass mein Leben so verlaufen ist, wie es verlaufen ist.
00:50:39: Und habe Momente, wo ich mir einfach denke, mein Gott, ich hätte wirklich einfach gerne einen anderen Körper.
00:50:44: Aber es ist eben so, wie es ist.
00:50:45: Also versuche ich, aus dem, was mir gegeben wurde, einfach Gäste zu machen.
00:50:49: Und ich denke, dass das so für mich der Lebensweg ist, mit dem ich am besten fahre, oder das ist zumindest der Gedanke, mit dem ich am besten fahre.
00:50:58: Sehr schön.
00:51:00: Ich glaube, so ein bisschen hast du es auch schon.
00:51:01: Aber was würdest du jungen Menschen sagen, die gerade eine ähnliche Diagnose bekommen?
00:51:09: Das ist eine gute und auch eine schwere Frage irgendwo.
00:51:13: Weil manchmal hat man ja das Gefühl, dass einem die Worte fehlen.
00:51:18: Oder man weiß vielleicht die Worte, aber man weiß nicht, ob man sie äußern kann, weil derjenige, der sich da gerade vor allem geflündet in so einer schwierigen Lebenssituation ist.
00:51:33: Aber ich glaube, ich würde jemandem mit auf den Weg geben, dass dass es wichtig ist, bei sich zu bleiben, sich darauf zu fokussieren, dass es auch wieder Phasen im Leben geben wird, die besser laufen als die, in der man sich gerade befindet.
00:51:51: Und
00:51:53: ich habe meine damalige Erkrankung irgendwie... Ich habe mich damals so gesehen, dass würde ich unten an einem Berg stehen und... Ich habe den Berg gesehen und dachte, ich komme da nicht rauf.
00:52:04: Wie zur Hölle komme ich da rauf?
00:52:06: Ich habe Höhenangst.
00:52:10: Das geht nicht.
00:52:11: Das geht einfach nicht.
00:52:12: Und am Ende stand ich trotzdem oben und habe die Aussicht genossen.
00:52:17: Und ich glaube, ja, genau das wäre das, was ich mitgeben würde.
00:52:22: Du wirst irgendwann auf diesem Berg stehen und nicht mehr davor.
00:52:26: Und jetzt die Aussicht geließen und dir denken, mein Gott, Wie geil, dass ich's hier ruck geschafft hab.
00:52:33: Ja, ja, Wahnsinn.
00:52:35: Ich hatte mir damals immer so dieses Okay-Schritt-für-Schritt.
00:52:39: Man kann nicht gleich die Hälfte vom Werk schaffen.
00:52:42: Man muss es Schritt für Schritt machen.
00:52:45: Ja, auch mal anhalten.
00:52:48: Einfach durchatmen.
00:52:51: Genau das Step-by-step sehen, wie du es gerade gesagt hast.
00:52:55: Ich kann auch mal daran erinnern, wir haben ja auch diesen, deswegen mussten wir auch gerade so ... Erschmunzeln, weil das so viele Parallelen auch sind, weil man ja auch, ich sag jetzt mal, durch so eine gleiche Zeit gegangen ist.
00:53:08: Und wie du es dann eben auch sagt mit dem Berg, war es ja auch so ein Spruch, der den auch eine Partin sozusagen bei uns so mit reingebracht hat und wo wir gesagt haben, ja, es ist genau so.
00:53:22: Was macht man, wenn man den Berg hoch geht?
00:53:24: Ich gehe wieder herunter und helfe den anderen hoch.
00:53:28: Und das ist ja auch so, wie du gesagt hast, egal, ich hab Höhenangst.
00:53:32: Und eigentlich will ich da gar nicht hoch, aber ich schaffe es trotzdem irgendwie.
00:53:35: Und das ist dann irgendwie einfach auch total schön.
00:53:43: Möchtest du zu dem ganzen Thema, vielleicht noch mal zur Botschaft uns noch oder allen anderen auch noch was sagen, Jana?
00:53:52: Was wir vielleicht vergessen haben.
00:53:58: Ihr grinst mich jetzt so schön an, hier.
00:54:01: Wir ducken nicht so laut ins Mikrolach.
00:54:03: Das war jetzt keine Einfehle, die ihr
00:54:04: verätzt könnt.
00:54:08: Genau, weil wir haben irgendwie festgestellt, dieses Thema, also ob deine Geschichte, also wir könnten jetzt noch stundenlang weiter reden.
00:54:16: Wir könnten noch tiefer einsteigen.
00:54:18: Also ich glaub vielleicht ... treffen wir uns vielleicht sowieso noch mal, weil ich finde auch das Thema Hospiz.
00:54:24: Ja, finde ich auch.
00:54:26: Ist irgendwie auch noch mal, wo man viel tiefer einsteigen
00:54:31: kann.
00:54:32: Aber deswegen war jetzt eben auch so, hatten wir jetzt das Gefühl, weil wir wären jetzt quasi erst mal durch.
00:54:38: Aber wir haben beide uns, ob wir auch so angeguckt und gefragt.
00:54:41: Ja, eigentlich würden wir es.
00:54:42: Ich wollte gerne noch viel länger reden.
00:54:44: Genau, wir würden noch verlängern.
00:54:45: Und deswegen hat man gedacht, vielleicht geben wir es noch mal so an dich, falls du noch umfass, falls du dir noch umfass, was du vielleicht um wie uns noch erzählen willst.
00:54:52: Also wir werden es auf alle Fälle noch mal wiedersehen.
00:54:55: Auf jeden Fall.
00:54:55: Auf jeden
00:54:55: Fall.
00:54:56: Schon weil, aber...
00:54:57: Das würde mich sehr freuen.
00:54:59: Ja.
00:55:02: Also was ich tatsächlich immer wieder merke, auch gerade in meiner Hospizarbeit, ist, dass die meisten Menschen existieren, aber nicht leben.
00:55:15: Und es ist ein ganz, ganz großer Unterschied, ob du dein Leben lädst oder ob du eben ja nur existierst.
00:55:27: Also ich kann das gar nicht in Detail beschreiben, aber es ist eben wie anfangs besprochen, buch die Reise, wenn du die Reise buchen möchtest, schaff dir Erinnerung.
00:55:43: raus auf diesem Hamsterrad, halt einfach mal ein Beinchen raus und fühl das Leben.
00:55:49: Und man muss nicht immer non-stop ackern, ackern, ackern und sich am Ende davon aber nichts leisten.
00:55:57: Ich find's unfassbar wichtig, dass man das, was man gerade hat, zu schätzen weiß, sich aber auch manchmal vielleicht ein bisschen zwickt und sagt, okay, Ich könnte aber auch übermorgen in einer anderen Situation sein, nicht weil man negativ denkt, sondern weil es realistisch
00:56:15: ist.
00:56:15: Ja, total.
00:56:17: Und das einen eben wieder in die Situation bringt, dass man denkt, mein Gott, ich bucht die Reise und ich esse jetzt das dritte Stück Kuchen und ich lebe mein Leben und ich besuche meine Freunde jetzt vielleicht, weil nicht mehr ich in Buxuda, dass man einfach mehr am Leben ist.
00:56:37: Ja,
00:56:38: sehr schön gesteckt.
00:56:39: Nicht nur existieren, sondern leben.
00:56:41: Ganz toll.
00:56:41: Genau.
00:56:44: Ja.
00:56:44: So ein schöner Abschluss für diesen Bereich.
00:56:50: Jetzt locker mal das noch ein bisschen auf.
00:56:53: Wir haben noch, uns immer überlegt, so eine kleine Schnellfragerunde.
00:57:00: Was sagt
00:57:01: dein Bauch?
00:57:02: Die Schnellfragerunde.
00:57:04: Wie geben dir sozusagen was
00:57:09: vor?
00:57:10: Genau.
00:57:11: Ganz kurz und knackig und
00:57:14: dann schauen wir mal auf deine Antworten.
00:57:16: Kaffee oder Tee?
00:57:19: Tee.
00:57:20: Süß oder salzig?
00:57:22: Salzig.
00:57:24: Lieblingslied,
00:57:25: die
00:57:26: das dich in schweren Zeiten getragen hat?
00:57:31: Fix you from cold leg.
00:57:34: Konzert oder Kopfhörer?
00:57:37: Konzert.
00:57:39: Dein persönlicher Kraftort.
00:57:44: Mein Zuhause.
00:57:46: Jetzt kommt eine intensive Frage.
00:57:48: Leben nach dem Tod.
00:57:49: Ja oder nein?
00:57:52: Ja.
00:57:54: Was bedeutet Lebe jetzt für dich?
00:57:59: Im Moment zu sein.
00:58:01: Abenteuer oder Entspannung?
00:58:04: Entspannung.
00:58:06: Musik laut oder leise hören?
00:58:09: Laut.
00:58:09: Ein
00:58:12: Lieblingsort, an dem du Ruhe findest.
00:58:16: Das Wasser.
00:58:18: Eine Person, die dich immer wieder inspiriert.
00:58:25: Das ist eine gute Frage.
00:58:28: Fanden wir auch.
00:58:31: Eine Person, die mich immer wieder inspiriert.
00:58:38: Die Frage muss ich skippen.
00:58:40: Okay, falls es dir was einfällt, dann
00:58:44: könntest du auch du selbst sein.
00:58:48: Kannst ja mal drüber nachdenken.
00:58:53: Etwas, das dich immer wieder zum Lächeln bringt.
00:58:56: Meine Liebsten.
00:58:58: Sehr schön.
00:58:59: Dann sind wir auch schon durch.
00:59:00: Und
00:59:02: jetzt drehen wir den Spieß mal um.
00:59:04: Wenn du magst, dann kannst du uns noch eine Frage stellen.
00:59:12: Was würdet ihr sagen, hat sich am meisten verändert durch eure eigene Erkrankung?
00:59:22: Das Leben an sich.
00:59:28: Eigentlich hat sich alles verändert.
00:59:32: Und deswegen das Leben an sich.
00:59:35: Man wurde komplett durchgerüttelt.
00:59:39: Alles, was du auch schon erzählt hast.
00:59:42: Deswegen sage ich auch immer, ich finde es ja immer wieder auch dann so, ja, faszinierend, aber wenn man das Gleiche durchlebt hat und wenn man dann mit den Leuten spricht, obwohl man sich ja auch gar
00:59:54: nicht,
00:59:55: ich sag mal, kennt intensiv, ne?
00:59:58: Aber du gibst die gleichen Antworten.
01:00:01: wie wir.
01:00:02: Man fühlt es total.
01:00:03: Man fühlt
01:00:04: es total, wie du eben auch gesagt hast.
01:00:06: Man lebt
01:00:07: im Hier und im Jetzt.
01:00:10: Man macht es jetzt und nicht morgen oder übermorgen.
01:00:15: Man überlegt auch nicht mehr so viel.
01:00:17: Man ist mehr der Bauchmensch.
01:00:21: Man regt sich nicht mehr über diese kleinen Dinge auf.
01:00:26: Und deswegen ... Also ich sah es ja auch schon immer wieder gesagt, bei mir war es ja eben auch ganz, also bei mir waren, ich war ja neunundzwanzig da mit Beinen, Beinen im Leben.
01:00:35: Und ich habe mich dann irgendwie danach, also wo ich dann die Diagnose bekommen habe, dann sofort irgendwie danach auch gefragt, warum hast du dich nie sozial engagiert?
01:00:44: Warum hast du, also du hattest die Zeit, du hattest keine Kinder, ne?
01:00:49: Du hattest keine großartigen Hobbys, du hattest so viel Freizeit.
01:00:53: Warum hast du deine Freizeit nicht sinnvoll genutzt?
01:00:56: Warum warst du nie beim Blutspenden?
01:00:57: Warum warst du nie im Altersheim und hast irgendwie Essen verteilt?
01:01:01: Also, so kleine, banalen Dinge, die man eigentlich wirklich ... also nicht mit viel Aufwand machen kann.
01:01:12: Das war bei mir ganz stark ausgeprägt.
01:01:15: Und ich hab eigentlich sofort gedacht oder gespürt.
01:01:18: Dann wird sich total ändern, aber nicht nur zum Schlechten, sondern eher zu den Positiven.
01:01:24: Also ich hab ganz schnell gemerkt, dass es so eine Chance ist, noch viel, viel tolle Dinge zu machen, zu bewirken.
01:01:36: Dadurch ja dann auch ganz schnell die Eisvogel, Welt und Anke und ich zusammen, obwohl ich ja noch krank war.
01:01:44: Und das war sofort, war das da, dass ich dachte, dass ... Das werde ich nutzen und versuchen, als Geschenk zu sehen,
01:01:55: da
01:01:56: irgendwie alles als ja positiv irgendwie dann auch daraus zu gehen und anderen zu helfen.
01:02:06: Das ist schön, wenn man aus der eigenen Erkrankung ja, wenn man das ein bisschen drehen kann, wenn man aus der eigenen Erkrankung heraus anderen einfach auch helfen kann.
01:02:16: Ja,
01:02:16: total.
01:02:16: Das ist total wertvolles.
01:02:17: Total.
01:02:18: Aber wie gesagt, was wir auch immer ... Also
01:02:21: du
01:02:22: und wir können das scheinbar, ne?
01:02:25: Also es ist wirklich so, ich sag mal so, wir gehen da hinein, ne?
01:02:29: Also wir
01:02:30: gehen aktiv
01:02:31: da rein.
01:02:33: Viele können es nicht, ne?
01:02:34: Also wir haben ja auch viele Betroffene, die ihm sagen, okay, es ist ein Abschnitt, es gehört dazu, aber ich muss jetzt, ich will hier einen Cut machen, ich will meinen Ich sag mal anfangs nicht mein altes Leben zurück
01:02:48: und
01:02:48: ich will da drüber überhaupt nicht mehr reden, was auch voll und ganz in Ordnung ist, wo wir auch sagen, man kann beide Seiten verstehen.
01:02:57: Und beide Seiten sind auch richtig.
01:03:00: Also da gibt es kein richtig und kein falsch.
01:03:04: Wenn man sich dann aber mit beiden Seiten sozusagen, aber auch wieder dann trifft und austauscht, ist man dann doch irgendwie ... wieder eins, weil jeder das ja trotzdem irgendwie auch auf seine Art und Weise fühlt.
01:03:21: Ja, ja.
01:03:21: Was liebt?
01:03:23: Sorry.
01:03:23: Allein, dass man auch schon ja sich austauscht darüber und diesen Schritt in die Offenheit geht und nicht nur versucht alleine damit klarzukommen.
01:03:35: Ja.
01:03:37: Liebt ihr das auch am meisten an eurer Arbeit, am Eisvogel, dass er so eine Gemeinschaft schaffen können für Erkrankte.
01:03:46: Ja, total.
01:03:46: Ich bin froh,
01:03:47: dass sich niemand mehr alleine fühlt mit dem, was er da gerade durchmacht.
01:03:51: Ja,
01:03:51: total.
01:03:52: Weil es ist ja schon so, dass ich finde, unter Erkrankten, man versteht sich einfach anders.
01:03:58: Wenn man irgendwas äußert, die man sich mit etwas fühlt, dann fühlt es gegenüber, dass irgendwie ganz anders wie jemand, der eben nicht betroffen ist.
01:04:06: Ja, man muss sich auch nicht mehr rechtfertigen, ne?
01:04:08: Ja, ja.
01:04:11: Wie gesagt, das ist ja eben auch so diese Kleinigkeiten.
01:04:13: Also du brauchst dich bei uns nicht dafür entschuldigen, dass du dich jetzt um vier, drei, vier Tage nicht gemeldet hast.
01:04:19: Wir verstehen das.
01:04:21: Also und wir können
01:04:22: das alle
01:04:23: nachvollziehen.
01:04:25: Und du musst da jetzt kein schlechtes Gewissen haben.
01:04:28: Das sind solche Kleinigkeiten.
01:04:31: Und ja, das ist eben, wie bei dir wahrscheinlich
01:04:35: auch,
01:04:37: du hast eben jeden Tag Kommst du anders damit um wie in Kontakt?
01:04:43: Und
01:04:45: jede
01:04:46: Geschichte ist ja auch anders, aber es hat trotzdem alles positive Sachen.
01:04:54: Auch wenn, wie gesagt, wir ja auch leider relativ schnell mit der nicht so schönen Seite, dass wir Leute verlieren.
01:05:08: Aber auch damit umzugehen.
01:05:11: Wie geht ihr damit um, wenn ich fragen darf?
01:05:15: Es ist nicht so einfach.
01:05:17: Wir haben ja leider auch schon einige gehen lassen müssen.
01:05:21: Und da ist man natürlich schon sehr nah dran, gerade wenn man jetzt wirklich engen Kontakt hatte, was dann ja auch der Fall war.
01:05:29: Und
01:05:29: ich
01:05:30: denke, wir machen es auch so ein bisschen wie du.
01:05:34: Natürlich ist man traurig und alles.
01:05:36: Man hat aber derjenigen Person ... ja, man hat sie ja begleitet.
01:05:42: Und da einfach versucht, das Beste zu machen, das Beste zu schenken, Verständnis zu haben, gemeinsam den Weg zu gehen.
01:05:51: Und auch weiterhin dann auch für die Hinterbliebenen da zu sein.
01:05:54: Ja.
01:05:55: Was ja auch ganz wichtig ist für uns.
01:05:57: Und also, ja, das, was eben Kathrin auch schon sagte, total schwer.
01:06:02: Also ich hatte eben auch ... Am Anfang meiner, also wo ich angefangen habe, eben auch den, ich sag jetzt mal relativ schnell, einen sehr schweren Fall, wo eine junge Mama sozusagen dann auch von uns gegangen ist und die ich auch begleitet habe bis zum letzten Artenzug.
01:06:20: Und wenn dann...
01:06:21: Du dann irgendwie mit den einjährigen Geburtstag von der Tochter irgendwie noch am Krankenbett mitbringst und dann die Tochter irgendwie am Graf stehen sehst, wo du denkst, so, die wird null Erinnerung haben, ne?
01:06:34: Also, das ist schon... Und wenn du jetzt die Bilder siehst, fünf Jahre später, und sie jetzt zur Schule kommt und man trotzdem irgendwie aus der Ferne, aber irgendwie das noch so begleiten kann und sieht.
01:06:50: was für ein tolles Mädchen daraus geworden ist und wie sehr sie eigentlich auch ihre Mutter ist, dann ist das einfach, also traurig natürlich, aber auch total schön.
01:07:03: Und wie gesagt, das ist ja eben auch das, was wir ja auch hatten, wie geht man da am besten damit um?
01:07:08: Also, wie kriegt man das Handwerk vielleicht auch ein bisschen?
01:07:12: Aber ich glaube, das war dann auch so mit den Austausch mit der Freundin, die dann gesagt hat, ihr macht alles richtig.
01:07:19: Also, ihr braucht da gar nicht so viel.
01:07:21: Aber ich glaube, das ist eben das, was ich auch gesagt habe, vorhin, dass man vielleicht selber dann irgendwie auch nochmal jemand ist, wie man auch die Frage, wie ihr da unterstützt werdet.
01:07:31: Es gibt natürlich, ja, man kann damit umgehen.
01:07:36: Und es ist ja jetzt auch dann so, was wir jetzt auch gesagt haben, man grenzt sich ja dann irgendwie so ein bisschen ab.
01:07:42: Das ist ja bei uns, sag ich mal, auch nicht anders.
01:07:45: Aber du hast ja trotzdem so die Ausnahmefälle, die dir dann doch ganz schön sehr nahe gehen.
01:07:51: Und dann ist eben die Frage, hast du selber um dir auch die Unterstützung?
01:07:55: Kannst du dir die Unterstützung um wo auch suchen?
01:07:58: Und ich glaube, das, was du ja auch gesagt hast, ist es bei uns nicht anders.
01:08:02: Reden, reden, reden, austauschen.
01:08:06: Das hilft uns
01:08:07: auch total
01:08:08: ungemein.
01:08:09: Auf jeden Fall.
01:08:10: Und natürlich dann auch so, dass wir den unseren Paten das mit an die Hand geben.
01:08:14: Denn die haben ja dann auch oft die Schützlinge begleitet.
01:08:17: Das wird auch immer sagen, wir müssen dann wie drüber reden in Kontakt bleiben
01:08:22: und auch
01:08:23: wie bei dir auch mit dieser Supervision anbieten.
01:08:28: Ein ganz wichtiges Thema.
01:08:29: Ja, total.
01:08:31: Wie kriegen wir jetzt dann von... dieser Seite noch mal zu einem positiven Ende.
01:08:39: Also auf alle Fälle, das machen wir auf alle Fälle, Jana.
01:08:42: Wir haben ja sozusagen noch ein persönliches Date offen.
01:08:47: Wir holen es auf alle Fälle.
01:08:48: Das machen
01:08:48: wir auf jeden Fall.
01:08:51: Und dann gerne noch mal vielleicht zu dem Thema auch Hospiz.
01:08:56: Also das notieren wir uns gleich.
01:08:57: Also das war uns da persönlich noch mal.
01:09:01: Dann wiedersehen und austauschen.
01:09:04: Aber dann sagen wir erst mal soweit.
01:09:08: Danke, liebe Jana.
01:09:09: Danke für deine Geschichte.
01:09:11: Danke euch fürs Zuhören und fürs ... Ja, fürs Dasein.
01:09:15: Ich fühle mich euch total verbunden, davor wir hier nur an Detain gegenüber sitzen.
01:09:19: Das ist total verrückt, aber man fühlt sich wirklich mit euch wie in so einer Gemeindacht.
01:09:26: Und das auf sehr liebevolle, zugewandte Art und Weise.
01:09:29: Ja, deswegen vielen lieben Dank.
01:09:32: Und ... Wir sagen danke, danke, liebe Jana, für deine Offenheit, deine berührende Geschichte.
01:09:40: Dein Weg zeigt, dass aus schwersten Erfahrungen etwas Sinnvolles entstehen und wie sich Schicksalsschläge in Stärke verwandeln können.
01:09:48: Und wie man, wie du es so schön gesagt hast, aus den Steinen im Rucksack was bauen kann.
01:09:55: Wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gerne mit anderen.
01:09:58: Mehr über unsere Arbeit findet ihr wie immer auf www.eisvorge.live.
01:10:03: Wir freuen uns, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder mit dabei seid.
01:10:07: Bis dahin, passt gut auf euch auf und liebe jetzt.
01:10:11: Das war Lebe Jetzt, der Podcast vom Eishogel-EV.
01:10:15: Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Unterstützer, ab wie Deutschland GmbH und CoKG, AstraZeneca GmbH, Bristol Myers Squibb sowie an alle, die im Hintergrund mitgewirkt und zum Gelingen beigetragen haben.
01:10:29: Produziert wurde dieser Podcast von Pangram Audio, Schön, dass du dabei warst.
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